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Sesshoumaru
sama




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Zitat:
vom 02.07.2003 - Bush-Regierung zunehmend in der Kritik

Stimmungswechsel nach dem Irak-Krieg – Insbesondere Pentagon in der Defensive. Von unserem Korrespondenten Malte Lehming, Washington. Der Trend ist deutlich. Immer mehr Amerikaner runzeln über die Lage im Irak die Stirn. Eine Mehrheit meint, dass der Wiederaufbau des Landes „nicht gut“ vorankommt. Fast zwei Drittel sind der Ansicht, nicht die USA, sondern die Vereinten Nationen sollten die Verantwortung übernehmen. Mit der Amtsführung von Präsident George W. Bush waren im April noch 71 Prozent zufrieden, inzwischen sind es noch 61 Prozent. Und zum ersten Mal glaubt eine Mehrheit, dass es die Regierung in Washington „mit der Wahrheit nicht allzu genau“ genommen hat, als sie vor den irakischen Massenvernichtungswaffen warnte. Diese wurden bis heute nicht gefunden. Allerdings fühlen sich die Amerikaner nicht belogen. Lediglich zehn Prozent glauben, es seien absichtlich falsche Beweise vorgelegt worden. Dennoch hat das „Wall Street Journal“ einen Begriff für den Stimmungswechsel geprägt: den „Postwar Blues“ (Nachkriegs-Blues).
Insbesondere das Pentagon befindet sich bei der Frage nach den atomaren, biologischen und chemischen Waffen des Irak in der Defensive. Von dort waren vor dem Krieg die härtesten Anschuldigungen gekommen – inzwischen ist man dort ziemlich kleinlaut geworden. Statt der Waffen selbst werden bloß noch vermeintliche Waffenprogramme in den Mittelpunkt gerückt. Hochrangige Militärs rudern zurück. Geheimdienstinformationen seien nicht mit der Wahrheit oder mit Fakten zu verwechseln, hat Generalstabschef Richard Meyer eingeräumt. Noch weiter ging der künftige Oberbefehlshaber der US-Truppen im Nahen Osten. John Abizaid. Das Geheimdienstmaterial, sagte er, sei „auf eine beunruhigende Weise unvollständig“ gewesen.

In dieses Bild passt, was die „Washington Post“ enthüllt hat. Sie erinnerte an die berühmte Beweis-Präsentation von Außenminister Colin Powell am 5. Februar vor dem UN-Sicherheitsrat. Unter anderem hatte Powell dort ein abgehörtes Gespräch zwischen dem Hauptquartier der Republikanischen Garde in Bagdad und einem irakischen Offizier vom 30. Januar zitiert. Damit sollten die Vertuschungsversuche des Regimes belegt werden. Den entscheidenden Befehl übersetzte Powell mit der Formulierung, der Offizier solle die Gegend „säubern“. Im Original jedoch ist lediglich von „inspizieren“ die Rede. Außerdem ergänzte Powell einen wichtigen Satz – „Sorge dafür, dass es dort nichts mehr gibt“ -, der sich nirgendwo in der Original-Abschrift findet. Der „Postwar Blues“ der Amerikaner könnte sich in die Länge ziehen.

Quelle: Kreis-Anzeiger
Zitat:
vom 01.07.2003: US-Senator fordert deutsche Truppen für Bagdad

Forderungen nach Nato-Einsatz im Irak werden laut
Von unserem Korrespondenten Malte Lehming, Washington. Zwei Worte sollen ihm nie über die Lippen gehen. Das erste heißt „Sumpf“, das zweite „Guerilla-Krieg“. Es sind belastete Worte. Sie erinnern Amerika an eine Schmach, die lange zurückliegt, aber nicht vergessen wurde – den Vietnamkrieg. Wann immer also Donald Rumsfeld die Worte „Sumpf“ oder „Guerilla-Krieg“ hört, verzieht er sein Gesicht. Wird er dann noch in die Enge getrieben, wie bei einer Pressekonferenz, reagiert der US-Verteidigungsminister ungewohnt ungelassen. Der CNN-Korrespondent las Rumsfeld die offizielle Definition des Pentagons für den Begriff „Guerilla-Krieg“ vor. Es klang wie eine Beschreibung der aktuellen Zustände im Irak. Rumsfeld wehrte sich. Nein, nein. Auf den Irak treffe das nicht zu. Es kann nicht sein, weil’s nicht sein darf. Knapp 150.000 US-Soldaten stehen im Irak. Fast täglich kommt einer von ihnen ums Leben. Es gibt Überfälle, Attentate, Angriffe. Am Dienstag gab es gleich mehrere. Die Schwerpunkte lagen in Bagdad und der Stadt Falludscha, etwa fünfzig Kilometer westlich von der irakischen Hauptstadt. An Intensität und Häufigkeit nimmt der Widerstand gegen die Besatzer zu. Laut Rumsfeld müssen sich die Amerikaner gegen fünf verschiedene Gruppen wehren: Plünderer, Kriminelle, Anhänger der Baath-Partei, ausländische Terroristen, vom Iran unterstützte Schiiten. Rumsfeld unterscheidet diese Gruppen, damit nicht der Eindruck entsteht, das irakische Volk wende sich gegen seine Befreier. Doch die Zahlen sind beunruhigend. Etwa hundert Amerikaner sind im Irak gestorben, seit Saddam Hussein gestürzt wurde.

Das bringt die Bush-Regierung in Bedrängnis. Wie lange soll die Besatzung dauern? Wie viele Truppen sind notwendig? Und es mehren sich die Stimmen, die laut nach Hilfe rufen. Auch im kriegskritischen Alteuropa. Am deutlichsten spricht es der demokratische Senator Joseph Biden aus. Er wolle im Irak deutsche, französische und türkische Uniformabzeichen sehen, sagte er in der „Fox News Sunday“. Das Image von den Amerikanern als Besatzer müsse abgelöst werden. Statt dessen müsse dort die internationale Gemeinschaft als Befreier auftreten. Unterstützt fühlt er sich von Nato-Generalsekretär Lord Robertson. Der habe ihm versichert, dass die Allianz bereit sei, „in großen Zahlen“ einzurücken, sobald sie aus Washington grünes Licht erhalte.

Biden ist keine Einzelstimme. Der Chef der Republikaner im Senat, Bill Frist, ist ebenfalls für eine Erweiterung der Zahl der Besatzungsmächte. „Wir müssen die ganze Welt einbeziehen“, sagte er. In dasselbe Horn bläst der republikanische Senator John McCain. Er registriere bei vielen Amerikanern ein „zunehmendes Gefühl des Unbehagens“ über die Situation im Irak, sagte er im US-Sender CBS. Die Regierung solle sich nicht scheuen, ihre Freunde in Europa um Hilfe zu bitten.

Im Irak selbst wächst offenbar auf allen Seiten die Frustration. In Bagdad und Umgebung werden die Amerikaner für alles, was nicht funktioniert, verantwortlich gemacht. Frustriert sind auch die US-Truppen. Viele Soldaten sind schon seit Monaten im Irak. Für Polizeiaufgaben sind sie nicht ausgebildet, die arabische Mentalität ist ihnen fremd, sie haben heimweh, werden beargwöhnt und schwitzen bei über 40 Grad im Schatten. Der zivile Wiederaufbau geht nur langsam voran. Und je härter die US-Truppen durchgreifen, um den Widerstand zu zerschlagen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie überreagieren und den Zorn der Zivilbevölkerung verstärken. Wenn das passiert, wäre das Kalkül der Guerilla-Kämpfer aufgegangen – ob man sie nun so nennt oder nicht.

Quelle: Kreis-Anzeiger
Zitat:
Vom 03.07.2003: Liberia wirft Schatten auf Afrika-Reise von Bush

Debatte um US-Intervention kommt Washington höchst ungelegen. Von unserem Korrespondenten Malte Lehming, Washington. Die konservative US-Presse mahnt. Man ist verbittert in diesen Kreisen. Die amerikanischen Sicherheitsinteressen seien wichtiger als humanitäre Ziele, schreibt das „Wall Street Journal“. Um Liberia mögen sich „die Franzosen und ihre UN-Freunde kümmern, die Amerika im Irak ganz alleine gelassen haben“. Die Zeitung spricht aus, was man im Pentagon denkt. Seit dem 11. September 2001 beherrscht fast ausschließlich der Kampf gegen den Terror die Köpfe der Strategen. Mehr als 200.000 US-Soldaten sind in und um den Irak stationiert, etwa 10.000 kämpfen in Afghanistan. In vielen anderen Ländern operieren Spezialeinheiten. Schon jetzt wird vor einer Überstrapazierung der Kapazitäten gewarnt. Und nun das, diese Liberia-Debatte! Aus Sicht der Bush-Regierung kommt sie höchst ungelegen.
Der letzte amerikanische Truppeneinsatz in Afrika endete in einem Debakel. Das war vor zehn Jahren in Somalia. Seitdem sind humanitäre Militärmissionen bei einem Teil der republikanischen Elite verpönt. Auch George W. Bush selbst hatte sich im letzten Präsidentschaftswahlkampf festgelegt. Er wäre dagegen gewesen, US-Soldaten 1994 nach Ruanda zu entsenden, um den Völkermord zu beenden. Amerika könne schließlich nicht allen Völkern dieser Welt helfen, sagte er. „Ich mache mir Sorgen um ein zu starkes auswärtiges Engagement unseres Militärs.“ Wohlgemerkt: Das war noch vor dem 11. September. Eigentlich müsste sich diese Position eher verfestigt haben.

Trotzdem befindet sich der US-Präsident plötzlich in einem Dilemma. In den vergangenen Wochen hat der Druck auf die Vereinigten Staaten massiv zugenommen, mit eigenen Truppen in den liberianischen Bürgerkrieg einzugreifen. Erst war die Forderung von UN-Generalsekretär Kofi Annan erhoben worden, dann schlossen sich die Sicherheitsratsmitglieder Frankreich und Großbritanien an. Amerika möge mit 1000 bis 2000 Soldaten die Führungsrolle in einer internationalen Friedenstruppe übernehmen, hieß es. In der vergangenen Woche reagierte Bush. Er verlangte den Rücktritt von Liberias Präsident Charles Taylor. Am Mittwoch legte er nach. Taylor müsse „unverzüglich“ das Land verlassen, sagte Bush nach einem Gespräch über die Lage mit Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im Weißen Haus. Gleichzeitig drohte er indirekt mit einer Intervention. Keine Option werde mehr ausgeschlossen, hieß es.

Der Sinneswandel hat sicher auch mit der bevorstehenden Afrika-Reise von Bush zu tun. Es ist seine erste. Sie soll die mitfühlende, sich kümmernde Seite des Präsidenten betonen. In den Mittelpunkt war ein großes Anti-Aids-Programm gestellt worden. Dessen Umfang beträgt 15 Milliarden Dollar, die allerdings vom Kongress noch genehmigt werden müssen. Bush will in sechs Tagen den Senegal, Südafrika, Botswana, Uganda und Nigeria besuchen. Er will über Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung reden. Doch nun wächst von Tag zu Tag die Gefahr, dass er sich überall wegen der amerikanischen Zurückhaltung in Liberia verteidigen muss.
In Liberia selbst wären die Amerikaner willkommen. Das sagen übereinstimmend alle dort kämpfenden Fraktionen. Vor der US-Botschaft in Monrovia hat es bereits Demonstrationen von Tausenden von verzweifelten Menschen gegeben, die eine Intervention der USA verlangten. Der Name des westafrikanischen Landes heißt das „Land der Freien“. Vor 150 Jahren wurde es von freigelassenen amerikanischen Sklaven gegründet. Die Verfassung ihrer ehemaligen weißen Herren nahmen sie sich zum Vorbild. Sich heute den Hilferufen ihrer Nachfahren zu entziehen, kann sich ein US-Präsident kaum leisten.

Quelle: Kreis-Anzeiger


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
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04.07.2003, 10:22
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Sesshoumaru
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Seit dem Ende des Irakkrieges der USA und Großbritaniens sind nun schon etliche Wochen ins Land gegangen. Jedoch gibt die aktuelle Lage keinen Grund zu hoffen auf. Bagdad ist nach wie vor ein Ort der Selbstjustiz und des Chaos. Manche Stadtteile sind so ausgelündert worden, daß eigentlich Abriss billiger wäre als Aufbau. Die Letagie mit der die Besatzungstruppen eine "zivile" Ordnung schaffen oder schaffen wollen ist nicht mehr zu unterbieten. De facto gibt es keine organisierte Polizei sondern nur einzelne Milizen, welche sich zum Teil aus den ehemaligen Agenten, Militärs und Polizisten Saddam Husseins zusammensetzen. Auf diese Weise hat Hussein noch großen Einfluß im Land und schürrt gezielt den Hass auf die USA und GB.

Seit Wochen hat sich eine unsichtbare Front aufgebaut, die werder durch "shock and awe" zu zerbrechen noch auf Satelitenbildern zu sehen ist. Die Menschen des Iraks gehen offen auf die Straße und skandieren Hasstheraden auf Amerika und England. Ich frage mich ob so ein befreihtes Volk reagiert. Der Grund für dieses Verhalten ist aber eigentlich plausibel. Die Truppen dort spielen sich als Besatzer auf und nicht als Befreier. Öl will eben nicht befreit sondern besetzt werden.

Kommandoeinheiten von über 10 Mann patrolieren bis an die Zähne bewaffnet immer wieder durch die gleichen Häuserzeilen und schickanieren die Bewohner. Schmeissen sie auf den Boden und bedrohen sie mit Waffengewalt. Vorsicht in allen Ehren, aber wie soll man reagieren wenn sowas Tag täglich passiert??? Danke sagen???? Erst letzte Woche wurde das US Hauptquartier in Bagdad durch Angriffe von militanten Gruppen zerstört und vor wenigen Tagen ein Konvoi mit Panzerraketen angegriffen. Fast täglich sterben im Irak amerikanische Soldaten, nur scheint das plötzlich niemanden mehr zu interessieren - schon gar nicht die Bushadministraion.

Die ganze Situation gewinnt jedoch noch viel mehr an Brisanz, sehen wir uns das politische Parkett an. Der oberste Inspektuer der USA der nach Kampfstoffen (ABC Waffen) sucht, hat eingeräumt nicht ein Gramm gefunden zu haben. Bei wurden alle Anlagen durchsucht von denen der Geheimdienst "sicher wusste" das es dort Waffen gibt. Ich weis nicht was ich davon halten soll, außer das die CIA wohl seit dem 11.09 hyperaktiv versucht Bedrohungen zu finden und diese sich als Erflog anzuhaften. Wieder nix geworden, wa???

Das Wiesel (Tony Blair) ist schon von mehreren Wochen plötzlich vom Thema Massenvernichtswaffen zum Thema Massengräber übergegangen. Das nutzt aber alles nichts, denn international wurde zu 99,9% auf den ABC-Waffen herumgeritten, was laut Eingeständnis des Vice-Verteidigungsminister Wolfowiz nur vorgeschoben war, damit jeder "stimmt genau" sagen konnte. England, Spanien und besonders die USA haben einen sehr großen Teil politischer und geheimdienstlicher Glaubwürdigkeit eingebüst. Zumindest kann kann den Suppenkasper in London nicht mehr ernst nehmen. Bush eigentlich auch nicht, wüsste man nicht mittlerweile das internationales Völkerrecht vom Faustrecht gebrochen wird.

Als nette Zugabe hat man dann nebenbei den eigentlich Grund für den Irakkrieg erfahren, neben dem Öl. Ich hatte auch nicht so weit gedacht um es zu erkennen. Die USA sagten ein Grund für den Krieg was das Verlangen die Truppen aus Saudi Arabien abzuziehen (toller Grund *bravo*). Nun hat man direkten Zugang zum eigentlichen Ziel: dem Iran.

Was hat bisher einen direkten Krieg mit dem Iran verhindert??? Genau - das Land was zwischen Saudi-Arabien und dem Iran liegt, der Irak. Die USA wussten genau das Hussein keine Bedrohung mehr ist, und so musste er als Bauernopfer her halten. Nun haben die USA 160.000 Mann direkt an der Grenze zum Iran. Was sind den die US Interessen im Iran???

Neben dem imensen Erölvorkommen (kennen wir das nicht?) ist der Irak als rein islamischer und totalitärere Staat aus Amerikanischer ein Höllenvorhof für islamistischen Terror nach Al'Quaida Vorbild. Die USA haben schließlich vor über 10 Jahren Saddam Hussein aufgestachelt den Iran anzugreifen und fleissig Chemiewaffen geliefert. Wie konnten sie den ahnen, daß diese wirklich eingesetzt werden *tze tze*??

Die offenen Drohungen gegen Damaskus und einige andere Hauptstädte der arabischen Liga zeigen doch deutlich die Marschrichtung. Zudem erfährt man, daß in Thearan die letzten Tage immer wieder hunderte Studenten gegen Seyed Mohammed Khatami (Ayatolla/Präsident) demonstrierten und zu hunderten festgenommen wurden. Nach einem Fußballspiel sieht man für gewöhlich mehr Menschen als bei einer Demo in Thearan, aber bei den drakonischen Strafen in Iran ist das schon mutig.

Warum hört man nun aus Washington nichts zu diesen Demos?? Ganz einfach, wenn die USA noch ein Fünkchen Verstand haben, dann sind sie still, da es sonst aussen würde als würden sie sich in die inneren Belange des Irans einmischen. Man hört andere Geschichten, wie daß der Iran an der Schwelle zur Atombombe steht. Man hat erst kürzlich herausgefunden, daß der Iran eigene Uranminen besitzt und Uran nicht mal einkaufen müsste. Mehrere funktionierende Reaktoren gibt es zudem schon im Land. Da fragt man sich wo die Bedrohung im Irak gewesen ist, betrachtet man seinen Nachbarn!!

Zu allem übel brennt die Luft gleich an zwei Orten. Seit ca. 3 Wochen diskutiert das indische Parlament unverholen darüber ob Indien nicht Pakistan mit Truppen und der Nuklearoption präventiv angreifen sollte, da Pakistan Terrorgruppen in Kashmir unterstützt. Ganz nach dem Vorbild der USA ein Präventivkrieg ohne UN oder sonstige Einmischungen. Neben der Tatsache das das Handeln der USA kein Freibrief für alle sein kann, sondern schlichtweg Völkerrechtsbruch ist, fällt es einem schwer Indien zu "erklären" warum die USA sowas dürfen und sie nicht. Dieser Umstand ist zweifelsohne der größte Schaden den die Arroganz Bushs und seiner kalten Krieger zusammen mit seinen europäischen Schosshündchen angerichtet hat.


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
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17.06.2003, 14:59
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Sesshoumaru
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Infrastruktur der TäuschungAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Infrastruktur der Täuschung

Für die amerikanischen und britischen Geheimdienste entwickelt sich die vergebliche Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak zu einem Glaubwürdigkeits-Desaster.
von Hans Leyendecker

(SZ vom 5.6.2003) - Bislang gibt es keinen Hinweis auf die Existenz der von US-Außenminister Colin Powell am 5. Februar vor den UN erwähnten „hundert bis fünfhundert Tonnen“ chemischer Kampfstoffe im Irak, keinen Hinweis auf die „mindestens dreißig Lagerplätze“ für Chemie- und andere gefährliche Waffen, es gab kein Atombombenprogramm und die Raketen schafften auch nicht – wie von der US-Regierung suggeriert – 1200 Kilometer, sondern allenfalls 180 Kilometer.

Keine Beweise für Horrorszenarien
Im Wesentlichen also hat keiner der von der britischen und der amerikanischen Regierung unter Verweis auf ihre Geheimdienste vorgelegten Belege gestimmt. Biowaffen wurden auch nicht gefunden – die gefährlichste Biowaffe des Saddam Hussein, so scheint es, waren seine beiden brutalen Söhne.

Allerdings geben zwei umgebaute und von den US-Truppen sichergestellte Laster noch Rätsel auf. Nach Meinung des Bundesnachrichtendienstes (BND) könnte es sich bei den Fahrzeugen um rollende Biowaffenlabore handeln. Aber keine der bisherigen Untersuchungen hat ergeben, dass in den Fahrzeugen jemals Biowaffen hergestellt wurden.

Ausschüsse und Kommissionen werden sich nun mit der Frage beschäftigen, wer welches Horrorszenario gemalt hat, wer wem aufgesessen ist, wer gelogen oder Meldungen manipuliert hat. Schon heute sind allerdings einige Gründe für das geheimdienstliche und politische Fiasko erkennbar: In den USA wollten Geheimdienste, die vor dem 11. September versagt hatten, den Regierenden unheimlich zu Diensten sein. Insbesondere CIA-Direktor George Tenet erwies sich als sehr geschmeidig. „Die Nähe zu einer Regierung erwies sich als schlecht für die Geheimdienstarbeit“ sagt ein hochrangiger deutscher Sicherheitsexperte.

CIA an der kurzen Leine
Nur so ist erklärlich, dass ein paar Hardliner im Pentagon die große CIA an die kurze Leine nehmen konnten. Rohdaten der CIA wurden vom Pentagon neu bewertet und frisiert, Hinweise wurden als Beweise ausgegeben, obwohl es Gewissheiten in der Geheimdienstarbeit nur ganz selten gibt.

Generell gilt: Nachdem die UN-Inspektoren 1998 Bagdad verlassen hatten, fehlte es Briten und Amerikanern an Quellen im Irak. „Es war verheerend“, sagt ein CIA-Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung, „dass sich vor allem die Briten auf Berichte fragwürdiger irakischer Überläufer stützten und uns das Material herüberschoben.“ Überläufer neigten zu „Übertreibungen und Erfindungen“. „Wir wussten das, waren auch zunächst skeptisch, aber irgendwann wurde alles zusammengekocht.“

Fleißiges Pinseln am Feindbild
Die Briten fielen Anfang des Jahres mit einer angeblichen Geheimdienstanalyse („Irak – seine Infrastruktur des Versteckens, der Täuschung und der Einschüchterung“) auf, die in großen Teilen das Plagiat einer von einem Studenten gefertigten Arbeit war. Dieser Vorgang zeigt die Methode: Hauptsache, das Feindbild stimmt. Powell lobte das Papier denn auch vor den UN „als schönes britisches Dokument“.

Es gibt sogar Hinweise westlicher Geheimdienstler, dass die Berichte über das angebliche Atomprogramm Saddams im wesentlichen von den Briten angeschoben wurden. Auch plump gefälschte Papiere über angebliche Versuche der Iraker, im Niger Uran zu kaufen, sollen über Italien nach London und Washington gelangt sein. Powell erklärte, der britische und der US-Geheimdienst seien auf die Spur gestoßen.

Auch von angeblichen Käufen für eine angebliche Gasultrazentrifuge im Irak, mit der die Bombe hätte gebaut werden können, hatten die Briten angeblich erfahren und entsprechende Berichte an Washington, aber auch an den BND in Pullach geliefert. Nicht immer klappte der Doppelpass: Die von Tony Blair am 24. September vor dem Parlament abgegebene Erklärung, die irakische Militärmaschine könne binnen 45 Minuten Bio- und Chemiewaffen auf den Weg bringen, schien den US-Diensten dann doch übertrieben.

Quelle: Sueddeutsche


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
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11.06.2003, 13:06
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Sesshoumaru
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Ich nehme die heutige Erklärung zum offiziellen Ende der "großen Kriegshandlungen" zum Anlass mich wieder mit dem Thema Irak zu beschäftigen. Doch zuerst möchte ich ein paar Worte dazu verliegen, wieso das Kriegsende nicht verkündet wurde und statt dessen nur das Ende der Kampfhandlungen. Der Hintergrund ist einfach. Hätte man das Ende des Krieges erklärt, dann hätten die Genfer Konventionen voll gegriffen. Als Konsequent könnte man Saddam Hussein nicht einfach so Liquidieren und selbst die Suche wäre schwerer. Man müsste die 7.000 Kriegsgefangenen irakischen Soldaten frei lassen und die US Streitkräfte hätten die Pflicht die öffentliche Sicherheit zu gewährend und könnten andernfalls haftbar gemacht werden. Auch hätte das irakische Recht wieder volle Gültigkeit, es würde also nicht mehr amerikanisches Recht und Kriegsrecht gelten.

Teilweise sind die irakischen Gesetze unbequem und deswegen wollen die USA erst eine neue irakische Regierung bilden die dann mal eben die Gesetze nach eigenen Wünschen ändert. Es sieht also nicht so aus, als würden die USA vorhaben eine gesteuerte Regierung einzusetzen - ein Schelm wer sowas denkt.

Nun die Situation im Irak ist immer noch sehr brisant. Vor allem nach den Zwischenfällen bei denen Soldaten mehrer Dutzend Zivilisten erschossen haben, spitzt sich wieder alles zu. Auch der Zwischenfall mit der verfehlten Sprenung eines Munitionsdepots das in der Nähe eines Wohngebietes eingerichtet wurde war nicht förderlich für das Vertrauen. Auch die schleppende Hilfe ist ein Problem. In Teilen Bagdads gibt es noch keinen Strom und noch kein Wasser. Die Infrastruktur hat offenbar viel schlimmeren Schaden genommen als die Militärs dachten. Vielleicht waren die Bombem doch nicht so intelligent?

Die "Anti-Amerikanischen" Demonstrationen nehem zu und teilweise fordern die religiösen Führer die Einrichtung eines islamischen Gottesstaates nach dem Vorbild des Iran. Noch eine Hiobsbotschaft für die USA. Was werden die USA tun, wenn das Volk so einen Staat will??? Was den Demokratie nicht gewollt ist und ein Gottesstaat von den Menschen gewollt ist? Was dann??? Werden die Iraker dann zu ihrem Glück einem göttlichen Auftrag folgend gezwungen??

Was die Kriegsziele im Irak angeht wurde nur ein einziges erreicht. Der Irak wurde besiegt. Aber irgendwie war mir das vorher auch schon klar. Weder Saddam Hussein wurde gefangen genommen, noch wurden die angeblich überall vorhandenen Massenvernichtsungswaffen gefunden. Dabei wusste der CIA doch so genau wo sie waren - vor dem Krieg. Die neuste Theorie ist, daß er Irak diese Waffen vorher unter den dutzenden amerikanischen Spionagesateliten hinweg nach Syrien gebracht hat. Also dieses böse Land was die ganze Zeit hinweg durch gegend total gegen den Irakkrieg war. Das hat sie bestimmt verdächtig gemacht. Bin mal gespannt welche Fakten sich der CIA diesmal ausdenkt und den armen Arie Fleischer vortragen lässt.

Warten wir also ab, bis es neue Informationen gibt. Ist schon jemandem aufgefallen wie groß die Informationsflut vor der Einnahme von Bagdad war und wie groß sie nun ist, seitdem die Iraker nicht mehr die armen Journalisten unterdrücken und die US Truppen nun zensurfrei Berichterstattung garantieren, welche natürlich durch die jetzt nicht mehr unerwünschen britischen und amerikanischen Reporter durchgeführt wird???


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
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02.05.2003, 19:19
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