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Simba
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  Toto wird erlöstAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Toto verbringt seinen Lebensabend im Süden

Bei Barcelona wurde für den letzten Schimpansen im Zoo ein neues Heim gefunden

Toto, der letzte verbliebene Schimpanse im Zoo, wird Frankfurt verlassen. Am Montag fliegt er zur Schimpansen-Station Fundación Mona nahe Barcelona, wo er seine letzten Lebensjahre verbringen wird. Die Auseinandersetzung darüber, was mit dem seit längerem arg vereinsamten Tier passieren soll, nimmt scheinbar ein gutes Ende.

Von Stephan Loichinger

Unter den Augen von Toto, der sich mal am Bauch kratzte, mal durch sein Gehege polterte, empfing Zoodirektor Christian R. Schmidt am Freitagvormittag zu einem "einerseits traurigen, andererseits freudigen Medientermin". Schmidt verkündete, was Bild am Vortag schon bejubelt hatte: Toto, 47-jähriger Schimpanse und nach dem Tod seiner Partnerin Kilo im Jahr 1999 letzter Verbliebener seiner Art im Zoo, wird am Montag in die Fundación Mona gebracht. Endlich ist also eine Einrichtung gefunden, wo der vereinsamte Toto sich in Gesellschaft anderer Schimpansen aufs Altenteil zurückziehen kann.

In seiner verhaltenen Art zeigte sich Zoodirektor Schmidt hocherfreut darüber, dass der Zoo mit der Fundación Mona einig geworden war. Die Unterbringung in dem neun Quadratmeter großen Innengehege im Frankfurter Zoo gleiche einer "grausamen Einzelhaft". Auf so engem Raum sei nicht in Frage gekommen, Toto eine neue Partnerin an die Seite zu geben. Ohnehin hatte der Zoo Anfang der 90er Jahre beschlossen, wegen der begrenzten Platzverhältnisse keine Schimpansen mehr zu züchten.

Toto guckte am Freitag durch die dicke Glastrennwand im Menschenaffen-Haus auf die versammelte Medienschar, als Schmidt ausführte, dass Schimpansen "äußerst soziale Tiere" seien. Der holländische Forscher Adrian Kortlandt habe das einmal so ausgedrückt: "Ein Schimpanse ist kein Schimpanse." Tatsächlich konnten regelmäßige Zoobesucher beobachten, wie Toto, seinem hohen Alter zum Trotz körperlich fit, nach Kilos Tod zunehmend einsam, traurig und bedrückt wurde. Die anderen Affen, ob Bonobos, Orang-Utans oder Gorillas, lebten mit ihren Familien. Toto war allein - allein mit der Erinnerung an glücklichere Tage, als er einer großen Schimpansenschar vorsaß. Schimpansen haben ein gutes Gedächtnis.

In der Fundación Mona im spanischen Girona nahe Barcelona soll Toto in eine Gruppe aus zwei Schimpansenweibchen und einem männlichen Jungtier integriert werden. Damit wäre er nicht mehr allein. Zugleich, erklärte Olga Feliu, Leiterin der Fundación Mona, muss Toto damit keinen starken Rivalen fürchten, der ihm verwehren könnte, eine Stellung innerhalb der Gruppe aufzubauen. Laut Feliu wird Toto seine erste Nacht noch allein bleiben. Jedoch könne er seine neue Familie - die 30-jährige Romy, die sechsjährige Waty und den zweijährigen Bongo - durch Löcher in der Wand bereits riechen. Leben werden die vier in einem 60 Quadratmeter großen Innen- und einem 50 Quadratmeter großen Außengehege. Im nächsten Jahr sollen sie sich in einem 1000 Quadratmeter großen Außengehege austoben können, das für 200 000 Euro noch gebaut werden muss. Feliu, Schmidt und Totos Reviertierpfleger Carsten Knott betonten, dass es vor allem das Zusammensein mit anderen Tieren sei, das Totos Leben wieder lebenswerter machen werde.

Die Integration in die neue Familie könne, so Feliu, "sehr schnell oder nach ein paar Wochen" erfolgt sein. Bei Toto sei sie zuversichtlich, dass es schnell gehe. Damit unter der Sonne Spaniens nicht alles neu für ihn ist, reisen sein Pfleger Knott und Zooveterinär Bert Geyer mit und leisten ihm ein paar Tage Gesellschaft.

Reisen wird Toto in einer Transportkiste. Für die Reise wird er narkotisiert. "Eine Narkose", sagte Knott, "ist immer ein Risiko." Allerdings könne Toto sich an seine Ankunft in Frankfurt noch erinnern. Außerdem sei er voriges Jahr in einer Kiste transportiert worden: "Er weiß also, dass die Klappe wieder aufgeht."
Geöffnet und geschlossen hätte sich die Klappe für Toto beinahe schon vor mehr als eineinhalb Jahren. Damals plante der Zoo, das in die Jahre gekommene Sorgenkind in die renommierte Schimpansen-Station Chimfunzi im afrikanischen Sambia zu geben. Dort hätte er in tierischer Gemeinschaft altern sollen. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen musste sich Zoodirektor Schmidt Vorwürfen, vor allem in der Bild-Zeitung, erwehren, er wolle den bei den Besuchern beliebten Toto "abschieben", gar allein "auswildern", weil er dem geplanten neuen Menschenaffen-Haus im Weg sei. Schmidt nannte am Freitag die Vorhaltungen nochmals haltlos. Jedoch habe sich deswegen Totos Transport zu einer neuen Gruppe zerschlagen. Nun, nach weiteren einsamen Monaten für Toto, schimpft keiner mehr. Typisch für viele "Tierschützer"

Quelle: Frankfurter Rundschau 2003

01.05.2003, 18:47
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