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Marina
Pantherkönigin




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Marina ist offline
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Nein, Gewalt ist nie eine Lösung. Und es wurde im Endeffekt noch nie etwas mit Gewalt erreicht, ausser Gegengewalt. Ich bin vehement gegen jede Art von Gewalt und werde das immer sein. Damit wird nur Unheil angerichtet und nicht wirklich etwas Gutes bewirkt. Und ich bleibe auch bei Folgendem: Wer Menschen verachtet, hat auch nichts wirklich für Tiere übrig. Dem geht es öfters nur um Kampf und Spektakuläres. Mensch und Tier gehören zusammen. Sie sind Lebewesen auf der Erde und beide müssen und sollen mit Respekt und Achtung behandelt werden.

Unbestreitbar ist es, dass es Menschen gibt, die Tiere nicht in Ordnung oder sogar schrecklich behandeln und missbrauchen. Aber diese Menschen werden auch mit ihren Mitmenschen nicht wirklich anders umgehen, selbst dann nicht, wenn es auf den ersten Blick so aussieht. Und nein, wirkliche Tierschützer sind in der Tat nicht gewalttätig.

Wer die Menschen als Pestbeule betitelt, sagt das genauso von sich selbst, denn ich denke, auch solche mit diesen Aussprüchen gehören zu der Gattung, ob ihnen das passt oder nicht.

Der bessere Weg ist allemal, es besser zu machen, für etwas zu kämpfen und nicht gegen etwas, mit anständigen Mitteln und nicht mit Gewaltaktionen.

Dieser Beitrag wurde von Marina am 15.03.2003, 10:36 Uhr editiert.

15.03.2003, 10:35
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CleanerWolf
Wolf




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CleanerWolf ist offline
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Tierschützer sind nicht gewalttätig und wer was anderes behauptet kriegt'n paar auf's Maul!


__________________
Menschen haben trotz der Kraft ihrer Vernunft nicht die instinktive Weisheit der Wölfe.
Dr. Erich Klinghammer

14.03.2003, 15:59
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Black Panthera
the SilverDragon




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Black Panthera ist offline
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naja...
gewalt ist zwar keine lösung...

aber heute kann man nur noch durch aufregung sorgende schau die aufmerksamkeit auf sich ziehen...
und ohne diese aufmerksamkeit hört doch keiner zu...


__________________

In Memory: J A M I E


Weiss wie Schnee, wandelt meine Seele dahin,
in der Welt, wo ich nicht bin.

Lange Zeit soll gehen, bevor ich dich wieder sehe,
solange werd ich im Untergrund vor Schmerz vergehen!

13.03.2003, 13:55
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Ein Glas Nutella
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Alles für das TierAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Topstorys
Alles für das Tier
Michael Miersch

Der Mensch ist eine Pest für den Planeten und schon das Fussballspiel mit einem Lederball ein Verbrechen: Trotz unhaltbarer Ideologie und menschenfeindlicher Aktionen gewinnen militante Tierrechtler an gesellschaftlichem Einfluss.

«Die Mörder stehen links», verkündete vorschnell ein Graffito auf der Friedhofsmauer von Driehuis, dem Geburtsort des ermordeten niederländischen Politikers Pim Fortuyn. Das linke Establishment in Den Haag sei mitschuldig, glaubten viele Holländer, weil es Fortuyn im Wahlkampf diffamierte. In der hitzigen Debatte darüber geriet völlig in Vergessenheit, wer den Kandidaten wirklich erschossen hat. Der mutmassliche Mörder heisst Volkert van der Graaf, ist 32 Jahre alt und schert sich wenig um linke Politik. «Über Politik sprach er nie», berichtet einer seiner Freunde. Dafür hat er ein grosses Herz für Tiere. Van der Graafs Hauptbeschäftigung bestand in den letzten Jahren darin, landwirtschaftliche Tierhalter mit Klagen zu überziehen. Dafür suchte er in den Betriebsgenehmigungen nach nicht ganz wasserdichten Passagen und zog damit vor Gericht, um die Schliessung des jeweiligen Hofes zu erwirken. In den vergangenen acht Jahren hat van der Graaf 2000 Prozesse gegen Landwirte und Genehmigungsbehörden geführt.

«Die Leute denken», schrieb er auf seiner Internet-Seite, «es sei normal, Fleisch zu essen und gefangene Fische ersticken zu lassen. Das dürfte aber in einem zivilisierten Land nicht passieren.» Er weigerte sich sogar, auf Ledersofas Platz zu nehmen, und erklärte nach dem 11. September einem Mitkämpfer, dies erschüttere jetzt die Weltöffentlichkeit, aber über den täglichen Holocaust an den Tieren rege sich niemand auf.

Forscher in die Flucht geschlagen

Vermutlich verhängte van der Graaf am 6. Januar 2002 sein persönliches Todesurteil gegen Pim Fortuyn. Denn an diesem Tag erklärte der schillernde Politiker im Fernsehen: «Wählt mich, dann wisst ihr, dass Pelzetragen erlaubt ist.» Er kündigte an, das geplante Gesetz gegen Pelztierfarmen nach einem Wahlsieg sofort in den Papierkorb zu befördern. Eine unerträgliche Provokation für einen, der Tieren das gleiche Lebensrecht wie Menschen zubilligt.

Gezielter Mord wie im Falle Fortuyn ist die Ausnahme. Aber Brandstiftungen, Bombenanschläge, Überfälle, Einbrüche, Vandalismus und Psychoterror gehören fast schon zum Alltag in den reichen westlichen Gesellschaften. Die Aktionen militanter Tierrechtler richten sich gegen Mediziner, Pharmazeuten, Zoologen, ebenso gegen Landwirte, Kürschner, Fischer und alle, die mit Tieren arbeiten oder von Tieren leben.

In Grossbritannien gelang den Tierrechtlern Anfang des Jahres 2002 ein spektakulärer Sieg. Sie vertrieben die Forschungsfirma Huntingdon Life Sciences aus dem Land, eines der weltgrössten Unternehmen für unabhängige Tierversuche. Vier Jahre lang schüchterten die Aktivisten Mitarbeiter, Geschäftspartner und Aktionäre systematisch ein, teils mit legalen, teils mit kriminellen Methoden. Huntingdon-Angestellte wurden zusammengeschlagen, ihre Autos angezündet, Brandbomben gelegt, Mitarbeiter von Kredit gebenden Banken angegriffen, ausländische Investoren geschäftlich und privat mit Rufschädigung bedroht. Der Börsenkurs sank ins Bodenlose, neue Geldgeber zogen sich aus Angst vor Angriffen und Imageschäden zurück, das Unternehmen geriet in eine Existenzkrise.

Schliesslich verliess die Firma das Land. Für Tierrechtler ein Grund zum Jubeln. «Wenn die Abschaffung der Tierversuche dazu führt, dass wir einige Dinge nicht erforschen können, dann soll es so sein», schrieb Tom Regan, führender Tierrechtler und Philosophieprofessor an der North Carolina State University, in einem seiner Bücher. «Wir haben kein Grundrecht darauf, vor Krankheiten geschützt zu sein, die wir von der Natur geerbt haben.»

Die deutsche Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard bekam Morddrohungen, weil sie mit Taufliegen und Zebrafischen experimentiert. Der Neurobiologe Andreas Kreiter und seine Familie leben unter polizeilichem Personenschutz, seit er an der Universität Bremen die Gehirnströme von Affen untersucht. 1998 schloss der Metzger Stephan Baumert aus Chemnitz seine Läden, nachdem militante Tierrechtler zwanzigmal bei ihm randaliert hatten. Er war nicht der Erste aus seiner Branche, der entnervt aufgab. Tierrechtler feiern dies als Erfolg. «Toleranz gegenüber Fleischessern zu fordern, ist ebenso absurd und obszön, wie Toleranz gegenüber Vergewaltigern und Mördern zu fordern», erklärt der Salzburger Tierrechtsphilosoph Helmut F. Kaplan. Auf die Frage, ob auch Mord zur Erzwingung der Tierrechte gerechtfertigt sei, antwortete er in einem Interview des deutschen Magazins Stern mit Ausflüchten: «Unbeteiligte dürfen nicht zu Schaden kommen. Auch Kinder dürfen nicht geschädigt werden.»

In den neunziger Jahren erhielten der britische Landwirtschaftsminister und andere englische Politiker Briefbomben von Tierbefreiungskämpfern. Bei einem Anschlag auf den Mitarbeiter eines Versuchslabors in Bristol wurde ein Baby schwer verletzt. 1999 entführte und folterte ein Kommando der Animal Liberation Front (ALF) einen Londoner Journalisten, der kritisch über die militante Szene berichtet hatte. In Europa, Nordamerika und Australien wurden seit den achtziger Jahren mehrere tausend Straftaten von der ALF und anderen Tierrechtlerkommandos verübt. Die finanziellen Schäden dürften, grob geschätzt, bei über 200 Millionen Franken liegen. Eine Erhebung unter den medizinischen Fakultäten in den USA ergab dort bereits Mitte der neunziger Jahre eine Schadensbilanz von zirka neun Millionen Franken und 33000 zusätzlichen Arbeitsstunden. Obendrein führen die militanten Aktionen gegen wissenschaftliche Institutionen, die pharmazeutische Industrie und andere Branchen zu erhöhten Kosten für Sicherheitsmassnahmen. Diese sind nach Schätzungen des US-Justizministeriums seit den achtziger Jahren um zehn bis zwanzig Prozent gestiegen.

Aus Angst vor Psychoterror oder sozialer Ausgrenzung meiden immer mehr junge Talente Berufe, in denen an Tieren geforscht wird. Der britische Mediziner Michael Baum, Präsident der Europäischen Brustkrebs-Konferenz, sieht die Erprobung neuer Medikamente zunehmend durch die Aktionen militanter Tierrechtsaktivisten und immer neue bürokratische Hindernisse behindert. «Grossbritannien war Weltspitze beim Kampf gegen den Brustkrebs, das ist nun vorbei», klagt Baum. «Die Verzögerung eines neuen Medikaments um nur ein Jahr, das die Sterblichkeit infolge von Brustkrebs um fünf Prozent verringert, kostet 750 Frauen das Leben.»

Nackte Stars in der ersten Reihe

Für Kinder der Tierrechtler kann die Ideologie ihrer Eltern gesundheitsschädlich werden; denn viele von ihnen werden gezwungen, vegan zu leben. Im Gegensatz zu Vegetariern, die beispielsweise Milch trinken, lehnen Veganer sämtliche tierischen Erzeugnisse ab. Sie halten es für Frevel, Tiere in irgendeiner Weise zu nutzen. Vegane Mütter riskieren schwerste Schädigungen ihrer Kinder, denn Pflanzen enthalten kein Vitamin B12, das lebenswichtig für die Blutbildung und zur Entwicklung des Nervensystems ist. Wer erst als Erwachsener aufhört, tierische Produkte zu essen, hat meist genügend B12-Reserven aufgebaut. Doch Kinder müssen diese Reserven erst bilden. Fehlt ihnen das Vitamin B12, entwickelt sich das Gehirn zu langsam. Sie bleiben geistig und körperlich zurück.

Nur ein Häuflein Fanatiker lebt vegan und hat sich ganz der Tierrechtsbewegung verschrieben, doch sie stossen auf grosse Sympathie, besonders bei manchen Medien und vielen Prominenten aus der Unterhaltungsindustrie. Wenn es um Tiere geht, drängeln sich die Schauspieler und Sänger blind vor Eifer in die erste Reihe und lassen sich von Ideologen als nützliche Imageträger benutzen. So macht die Tierrechtsorganisation PeTA (People for the ethical Treatment of Animals) seit vielen Jahren in den USA und Europa Schlagzeilen, indem sich Stars unter PeTA-Parolen nackt fotografieren lassen oder der Organisation signierte Souvenirs wie Gitarren oder Tennisschuhe spenden. Zu den zahlreichen prominenten PeTA-Unterstützern in den USA zählen Pamela Anderson, Kim Basinger und Britney Spears, in England gehören Elton John, Paul McCartney und Phil Collins dazu, in Deutschland Boris Becker, das Fotomodell Nadja Auermann, der grüne Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir, die Sängerin Nina Hagen, die Autorin Elke Heidenreich und der Komiker Dirk Bach.

Manche, die die Tierrechtler öffentlich fördern, denken vermutlich, sie würden dadurch etwas für mehr Tierschutz tun, und wissen nicht, dass PeTA Besitz und Nutzung von Tieren in jeder Form verdammt. In den Vereinigten Staaten steht die Organisation obendrein unter dem Verdacht, so etwas wie der legale Arm der Terrorgruppe ALF zu sein. Offenbar werfen einige Prominente nicht mal einen Blick auf die Grundsatzpositionen der Vereine, zu denen sie sich öffentlich bekennen. In den Erklärungen von PeTA kann man nicht nur viel Skurriles finden, zum Beispiel die Verdammung von Honig und Perlenketten, weil diese Produkte wehrlosen Bienen und Muscheln geraubt wurden. PeTA-Sprecher verkünden auch offen, dass sie für eine neue, antihumane Ethik eintreten. «Die Menschheit ist wie ein Krebsgeschwür gewachsen. Wir sind der grösste Pesthauch auf diesem Planeten», erklärte die PeTA-Gründerin und Vorsitzende Ingrid Newkirk. Ihre menschenverachtende Einstellung zeigte sie auch in unappetitlichen Statements wie diesem: «Sechs Millionen Juden sind in Konzentrationslagern gestorben, aber dieses Jahr werden sechs Milliarden Grillhähnchen in Schlachthäusern sterben.» Frau Newkirk und ihre Mitstreiter wollen nicht nur alle Schlachthäuser, Bauernhöfe, Pelztierfarmen und Tierforschungslabors schliessen, Fischerei, Imkerei und Jagd verbieten, sondern auch Zoos, Tierfilme und die Lederbälle beim Fussball abschaffen.

Warum geben so viele Prominente ihren Namen so bereitwillig für intolerante Fanatiker her? Die Leichtsinnigkeit, mit der Aufrufe unterschrieben und Kampagnen unterstützt werden, offenbart die Dialektik des wohlfeilen Idealistentums: Wer sich anmasst, neue moralische Massstäbe zu setzen, vergisst dabei oft die alten und landet unversehens bei einer eiskalten Unmoral. In den Normen dieser Unmoral ist beispielsweise ein Wissenschaftler, der lebensrettende Medikamente an Tieren testet, ein Verbrecher. Denn im Weltbild der PeTA-Ideologen ist medizinische Forschung überflüssig. «Wir haben eine faule, kranke Gesellschaft», erklärte PeTA-Sprecher Dan Mathews. «Menschen fügen sich selbst Krankheiten zu. Die Leute sollten von vornherein dafür sorgen, dass sie nicht krank werden.» Und seine Chefin, Ingrid Newkirk, erklärte, dass Tierversuche selbst dann verwerflich seien, wenn durch sie ein Heilmittel gegen Aids gefunden würde.

Bei oberflächlicher Betrachtung werden Tierrechtler oftmals in der Nähe des Naturschutzes und des Tierschutzes eingeordnet. Doch Tierrechtler sind nicht etwa besonders radikale Tierschützer. Sie verfolgen einen völlig anderen Ansatz. Naturschützer sorgen sich um Ökosysteme, Lebensgemeinschaften und Arten, Tierrechtler jedoch um jedes einzelne Tier. Ob eine Tierart häufig vorkommt oder bedroht ist, hat für sie keinerlei Bedeutung. PeTA ruft deshalb unbelehrbare Fleischesser dazu auf, besser auf Walfleisch umzusteigen. Denn der Tod eines einzigen Wales könnte vielen tausend Hühnchen das Leben retten.

Herkömmliche Tierschützer verfolgen andere Ziele als die zunehmend an Einfluss gewinnende Tierrechtsbewegung. Sie wollen erreichen, dass Tiere in der Landwirtschaft, in Labors und anderswo nicht gequält werden, dass ihre Haltungsbedingungen verbessert und sie, wo nötig, schmerzfrei getötet werden. Tierrechtler dagegen sind an Verbesserungen nicht wirklich interessiert. Jede Reform ist für sie nur ein taktisches Ziel. Denn es geht ihnen um nicht weniger als das Ende jeglicher Nutzung von Tieren. Und zwar ausdrücklich auch um den Preis, dass kranke Menschen dadurch leiden und sterben müssten.

Die Ausbreitung der Tierrechtsidee signalisiert einen folgenschweren geistigen Umbruch. Tierrechtler wollen aus dem westlichen Wertekanon aussteigen, der sich auf dem Weg von der griechischen Antike über Judentum und Christentum bis zur Aufklärung gebildet hat. Es geht ihnen im Grunde um die Abschaffung der in ihren Augen grundsätzlich unberechtigten menschlichen Vorherrschaft. Sie sind davon überzeugt, dass Tiere gleichwertig sind und ein Recht auf Leben und individuelle Freiheit besitzen. «Es gibt keinen vernünftigen Grund zu glauben, dass ein menschliches Wesen besondere Rechte hat. Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Junge. Sie sind alle Säugetiere», erklärte die PeTA-Gründerin Ingrid Newkirk.

Tierrechte durch den Staat anerkannt

Für Tierrechtler ist es völlig unwichtig, ob Tiere denken können. Entscheidend ist ihre Fähigkeit, Leiden und Schmerzen zu empfinden. Davon ausgehend, argumentiert der geistige Initiator der Tierrechtsbewegung, der australische Philosoph Peter Singer: Die Befähigung eines Lebewesens Gut und Böse zu unterscheiden, einen freien Willen zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen, dürfe kein Massstab für seine rechtliche Besserstellung sein. Kleinkinder oder schwer geistig Behinderte besitzen – wie Tiere – kein moralisches Urteilsvermögen. Trotzdem werden ihnen die Menschenrechte zuerkannt. Jeder erwachsene Hund ist jedoch höher entwickelt als ein neugeborenes Baby. Ergo müssen ihm die gleichen Grundrechte wie unmündigen Menschen zugebilligt werden.

Singer ist kein verrückter Aussenseiter, sondern ein international angesehener Philosoph. 1999 wurde er auf den Lehrstuhl für Bioethik der amerikanischen Eliteuniversität Princeton berufen. In Schulbüchern für deutsche Gymnasien wird seine Tierrechtsphilosophie als vernünftige und ehrenwerte Position ausführlich gewürdigt. 1999 verabschiedete das Parlament Neuseelands aufgrund einer Initiative Singers das weltweit erste Gesetz, das Menschenaffen Rechte einräumt. Sie dürfen beispielsweise nicht mehr für Tierversuche herangezogen werden. Es war jedoch ein eher symbolischer Akt, denn in ganz Neuseeland leben nur zirka 30 Schimpansen und ein halbes Dutzend Orang-Utans in Zoogehegen. Medizinische Forschung an Menschenaffen fand dort ohnehin nicht statt.

Doch für Singer und seine Gesinnungsgenossen war es ein historischer Durchbruch. Erstmals hatte ein Staat Tierrechte anerkannt. Die Bücher des Philosophen sind in 15 Sprachen übersetzt worden; allein sein 1975 erschienenes Werk «Befreiung der Tiere» wurde mehr als eine halbe Million Mal verkauft. Darin schrieb er unter anderem: «Es gibt mit Sicherheit einige Tiere, deren Leben, unter Berücksichtigung jeglicher Wertmassstäbe, wertvoller ist als das Leben einiger Menschen.»

Wenn Menschenrechte auf Tiere übertragen würden, müssten nicht nur alle Menschen Vegetarier werden (das wäre noch das geringste Problem). Die neue Rechtslage würde zu gewaltigen Hungersnöten führen. Denn auch heute noch fressen Schädlinge wie Ratten, Mäuse, Heuschrecken und andere Insekten einen Grossteil der weltweiten Ernten auf. Müsste man das Leben dieser Tiere respektieren, würde das zum Tode vieler tausend Menschen führen. Ebenso zum Ende des medizinischen Fortschritts. Denn keiner der grossen Durchbrüche der vergangenen hundert Jahre wäre ohne Tierversuche zustande gekommen. Mehr als acht Millionen Menschen in aller Welt profitieren heute von den Tierversuchen der Kanadier Frederick Banting und Charles Best. Die Hündin Marjorie, an der die beiden Forscher 1921 die Blutzucker senkende Wirkung von Insulin erprobten, ging in die Medizingeschichte ein. Aus Sicht der Tierrechtler waren die Experimente an Marjorie und anderen Versuchstieren zutiefst unethisch, auch wenn Millionen Menschen dadurch gerettet wurden. «Wenn man durch den Tod einer einzigen Ratte alle Krankheiten der Welt besiegen könnte, würde das meine Haltung nicht ändern», erklärte der US-amerikanische Tierrechtsaktivist Chris DeRose, Direktor der Organisation «Last Chance for Animals».

Tierrechte sind ein Frontalangriff auf das Lebensrecht von Menschen. Volkert van der Graaf hat nur konsequent ausgeführt, was DeRose, Singer, Kaplan und andere Theoretiker für Ethik halten. Doch die Gefahr, die in dieser Bewegung heranwächst, wird in der Öffentlichkeit oft verharmlost. Viele Fernseh- und Illustriertenberichte über Tierrechtler triefen vor Verständnis für die vermeintlich gute Sache. Man schaut weg, wenn sie sagen, was sie wirklich wollen.

Weder die zahlreichen Sympathisanten noch der harte Kern scheinen sich daran zu stören, dass die Tierrechtsidee nicht einmal für ihre überzeugten Anhänger praktikabel ist. «Um Dasein zu erhalten, muss ich mich des Daseins, das es schädigt, erwehren», erkannte schon Albert Schweitzer. «Ich werde zum Verfolger des Mäuschens, das in meinem Haus wohnt, zum Mörder des Insekts, das darin nisten will, zum Massenmörder der Bakterien, die mein Leben gefährden können.» Obwohl konsequente Tierrechtler nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf Milch, Eier, Wolle, Leder und am Tier getestete Arzneien verzichten, sitzen sie in einer moralischen Klemme. Denn fast alles, was Menschen essen, anziehen oder tun, tötet, schädigt, vertreibt oder beeinflusst irgendwelche Tiere. Selbst die Bücher der Tierrechtsphilosophen sind nicht rein. Die Bäume, die für das Papier gefällt wurden, beherbergten einmal Spechte, Käfer und Eichhörnchen.

Obwohl die Theorie unhaltbar und die Praxis menschenfeindlich und undurchführbar ist, gewinnt die Bewegung an Einfluss. In den vergangenen 15 Jahren hat sich in Nordamerika und Europa das Spektrum erheblich weg vom Tierschutz hin zur Tierrechtsbewegung entwickelt. In den Vereinigten Staaten verfügen alle Tierrechtsgruppen zusammen bereits über zirka 250 Millionen Franken pro Jahr. Sie erhalten damit bereits mehr Spenden als die klassischen Tierschutzorganisationen, die im 19. Jahrhundert gegründet wurden.

Auch in den Mitgliederzahlen dominieren heute die Tierrechtler. Allein die PeTA wuchs seit der Gründung 1980 in den USA auf 600000 Mitglieder an. Die älteste und grösste Tierschutzorganisation der USA, die American Society for the Prevention of Cruelty to Animals, zählt dagegen 425000 Mitglieder und hat 19,6 Millionen Dollar Spendeneinkommen. Aufgrund der vielen prominenten Unterstützer ist PeTA ständig in den Medien präsent. Dieser Vormarsch hat auch dazu geführt, dass die herkömmlichen Tierschutzorganisationen mehr und mehr auf die offenbar erfolgreichere Linie einschwenken. Ob die «Humane Society» in den Vereinigten Staaten oder der «Deutsche Tierschutzbund», immer häufiger ähneln ihre Forderungen und Publikationen denen von PeTA und Co. Ob der gesamte Tierschutz in Richtung Tierrechte abdriftet, ist schwer vorauszusagen. Wie in Deutschland ist in der Schweiz die Szene traditionell zerstritten und in zahllose Gruppen und Grüppchen gespalten. Franz Weber, Gründer des «Gerichtshofs für Tierrechte», zählt wohl eher zu den Tierrechtlern. Doch bei vielen anderen Aktivisten ist der Übergang zwischen Tierschutz und Tierrechten fliessend. Wie kurz der Weg vom Tierfreund zum Menschenfeind sein kann, zeigt die Karriere von Erwin Kessler, der als Tierschützer begann und als antisemitischer Hetzer endete.


Während jedoch in Deutschland massive Gewaltaktionen gegen Forschungslabors, Pelztierfarmen und Jäger seit Jahren an der Tagesordnung sind, blieb es in der Schweiz bisher bei kleineren Sachschäden. Eine Gruppe, die sich nach englischem und amerikanischem Vorbild Animal Liberation Front (ALF) nennt, bekannte sich zur Zerstörung von Vogelvolieren und Hochsitzen. In Österreich verübte die ALF einen Brandanschlag auf den Zirkus Louis Knie.

Nach dem Sieg über Huntingdon Life Sciences ist das nächste gemeinsame Ziel europäischer Tierrechtler die Schliessung des Biomedical Primate Research Center (BPRC) im niederländischen Rijwijk. Die Aktivisten sind von ihrem Erfolg so überzeugt, dass sie bereits Land in Spanien gekauft haben, wo die «befreiten» Primaten nach dem Sieg in Gehegen untergebracht werden können. Doch diesmal dürften sie es schwerer haben als im Fall Huntingdon, denn seit dem Fortuyn-Attentat hält Hollands Justiz die Tierrechtler nicht mehr für harmlose Idealisten. Die Polizei hat 189 Gewaltdelikte, die seit 1983 von militanten Tierfreunden begangen worden sind, aufgerollt. Darunter den Mord an einem Beamten der Umweltbehörde, der für die Genehmigung von landwirtschaftlichen Betrieben zuständig war, gegen die van der Graaf prozessierte. Der Mann wurde 1996 mit Patronen des gleichen Kalibers erschossen, durch die auch Pim Fortuyn getötet wurde.

Aus: Weltwoche Online

13.03.2003, 10:54
 
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