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Geschrieben von Kaspi tiger am 31.12.2010, 13:31:

 

Übersetzung

Google Books: Mammals of the Soviet Union Seiten: 106-108, 110-122, 127-130, 134-149, 153-156.

Wenn es zu langwierig wird bitte mit geschlossenen Augen weiterlesen.

Verbreitung des Tigers in Zentralasien


Die nördliche Verbreitung des (Turan) Tigers in der Sowietunion bestand aus zwei voneinander isolierten Gebieten (Kaukasus -einschließlich des europäischen Bodens) und Zentralasien (Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan, West-Sibirien, Tadschikistan) welche ausserhalb des Landes (über Nord-Iran und Nord-Afghanistan) zusammenhängte.



Das zentralasiatische Verbreitungsgebiet bestand aus isolierten und vereinzelten Gebieten (Landstreifen, und Kessel).
Das ehemalige Vorkommen des Tigers konnte in zwei Kategorien unterteilt werden: 1. Stammgebiete wo Tiger ständig vorkamen und sich vermehrten.
2. Wanderungsgebiete wo Tiger mehr oder weniger häufig ein- und auswanderten. Diese Gebiete konnten natürlich nicht scharf abgegrenzt werden und die Peripherie war meistens viel größer als die Kerngebiete. Kerngebiete wurden im Laufe der Zerstörung des Tigers zuerst zu Peripherie wohin einzelne Exemplare eingewandert sind, sich dort auch jahrelang aufhielten oder sogar sich wieder vermehrten und dann plötzlich gänzlich verschwanden.
Weitflächig wurden ehemalige Kerngebiete zu Wanderungsgebieten, als Tiger immer seltener wurden.

Kaukasus. Im Mittelalter (10. bis 12. Jahrhundert, vielleicht sogar später) hatten Tiger alle geeignete Lebensräume im Nordkaukasus und auch die nördliche Ausläufer vom Kleinen und Großen Kaukasus bewohnt, von wo sie die Flüsse Kuban, Terek das Azowsche Meer, die Unterläufe des Don im südrussischen Steppengebiet, ja sogar die Waldsteppe von Chernigow erreichten.



Waldbestände waren weit verbreitet wo ihre Beutetiere (Rehe, Rothirsche, Wildschweine, Kulane, Kropfgazellen) zahlreich waren. Tiger drangen entlang der Westküste des Kaspischen Meeres nach Norden vor. Damals waren die großen Herden von Huftieren zahlreich, es gab weniger Menschen und mehr Wasser. Noch im 18. Jahrundert bewohnten Tiger die Auwälder am Unterlauf der Flüsse Kura und Araks.

Im 19. Jahrhundert war nur noch der äußerste Südosten der Kaukasus-Region d.h. der Tiefland von Lenkoran und Talysh im Aserbaidschan ein ständiges Vorkommensgebiet mit Vermehrung. Hier wurden Tiger in den Wälder des Tieflandes, der Hügellandschaften und den Ausläufer der Hochgebirgen, -obgleich mit mehreren Bestandsschwankungen- bis Anfang des 20. Jahrhunderts gesichtet. Ab Ende des 19. Jahrhunderts konnte ein schneller Bestandsrückgang der Tiger beobachtet werden. Stammpopulation des Tigers verschwand und fortan waren sie nur noch regelmäßige Besucher aus dem Elburz-Gebirge von Iran welche sich dann für einige Zeit im Kaukasus aufhielten.


Das war der Resultat der direkten Verfolgung des Tigers und Ausrottung der Wildschweine -Hauptbeute des Tigers-durch russische Kolonisten sowie der Umwandlung der Landschaft (Waldrodung und Anbau).
Im 18. Jahrhundert und bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichten Tiger im Nordosten und Nordwesten die nördliche Ausläufer des Kaukasus bei Semakha, im Osten die Umgebung von Baku und Derbent. Sie wurden in Armenien und Georgien (Tbilisi 1820 und 1835) gesichtet. Im Nordwesten erreichten sie den Transkaukasus (die Täler von Kvirilia und Rioni'i den Provinzen von Imeretien und Mingrelien). Die Südhänge des Großen Kaukasus wurden ebenfalls erreicht und überschritten (Brandt, 1856). Die Grenze zwischen Kerngebiet und Wanderungsgebiet wird wohl niemand mehr feststellen könnnen, aber Armenien und der westliche Transkaukasus wie z.B. Tiflis waren bestimmt nur Wanderungsgebiete.



Als das Talysh-Gebiet noch vom Ende des 19. Jahrhunderts permanente Siedlungsgebiet des Tigers war, hatte diese Population "Wanderer" in verschiedene Teile des Kaukasus gesandt, vor allem in die Tiefländer des östlichen Trans-Kaukasus; die Steppen von Belyasuvar, Mugansk, Salyana und andere). Tiger drangen auch nach Norden vor; Tbilisi/Georgien wurde entlang des Kura Tals mehrmals (1735, 1820 und 1922) heimgesucht. Das Talysh Gebiet wurde später selbst zum Ziel der Tigerwanderungen aus dem Iran weil es direkt am bewaldeten Elburz (Hyrkanien) angrenzt. Die letzten Einwanderungen aus dem Iran nach Talysh erfolgten in den 1950er und 1960er, aber die letzten Beobachtungen von 1966, 1969 stammten aus dem Lenkoran-Tiefland als der Tiger auch im Elburz erlosch. Im Allgemeinen gab es nur wenige Einwanderungen der Tiger die nicht über Talysh gingen, nur einige Exemplare wanderten über die noch westlicher liegenden Teilen Irans (Zangezur-Gebiet in der Nähe von Araks). Der Tiger ist seit der Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Kaukasus verschwunden.



Vorkommen im Zentralasien Im Südwest-Turkmenien lebten Tiger entlang der Atrek Fluss bis nach Chikislyar und den Unterläufen dessen Zuflüssen Sumbar und Chandyr. Das übrige Kopet-Dag Gebiet war eher ein Wanderungsgebiet für Tiger wo sie dort häufig gesichtet wurden. Tiger lebten in Südwest-Turkmenien bis in die 1880er sogar 1890er. Ihr Verschwinden steht mit der Verfolgung und dem Verschwinden von Dickichten und Wildschweinen an den Flüssen Sumbar, Chandyr und später am Atrek im direkten Zusammenhang. In den angrenzenden Regionen (Talau) im Iran in der nähe zum Atrek, überlebten Tiger bis in die 1950er. Sie sind alle paar Jahre nach Turkmenistan, meistens in den Westen und Südwesten von Kopet-Dag eingedrungen. Diese Tiger wurden am Atrek insbesondere Kyzyl-Atrek und um Chat beobachtet.

April 1930 wurden vier Tiger im Kara-Kara, Kaine Kasyr, Nukhur am Sumbar sowie in der Nähe von Aschabad an den Nördlichen Ausläufer am Kyzyl-Arvat erlegt (V.G. Heptner). Ein Tiger hatte Groß-Balkhan durch die Wüste erreicht. Die Einwanderungen nahmen mit der Zeit dann allmählich ab, im 18. Jahrundert wurden noch Tiger auf der Cheleken Insel und in der Nähe der Golf von Balkhan berichtet (Brandt, 1856 nach Gmelin). Ab den 1920er und 1930er wurden Aufzeichnungen immer seltener. Im Südwest-Turkmenien stand der Population des Tigers im direkter Verbindung mit dem Bestand im Elburz hier ist es der nordöstlichste Ausläufer, im Talysh/Kaukasus war es der nordwestlichste Ausläufer. Weiter östlich zwischen Aschabad und Tedzhen kamen Tiger nicht vor. Dieses Gebiet (Takyr-Zone am Fuße des Kopet-Dag) ist für Tiger ungeeignet, selbst Wanderungen wurden nicht beobachtet. Im Tedzhen waren Tiger bis nach Puli Khatun (35055') Mündungsgebiet vor (Zarudnyi 1890, 1891).



Der letzte Tiger wurde 10. Januar 1954 am Kopet-Dag bei Kaine-Kasyr an der Grenze zu Iran erlegt (Sukhorov, 1958). Es wurde erwähnt, das Berichte im Groß-Balkhan auf Verwechselungen mit dem Persischen Leoparden beruhen konnten, aber Turan-Tiger legten große Entfernungen durch die Wüste durch.



Tiger waren in der Umgebung von Tedzhen noch in den 1880er häufig (besonders in der Nähe der Station Karry-Bend) und wurden selbst in den 1890er angetroffen. Die Entwaldung und ihre erbarmungslose Verfolgung durch Militärs haben zum völligen Verschwinden der Tiger am Anfang des 20. Jahrhunderts geführt. Danach gab es keine Informationen mehr über Einwanderungen der Tiger nach Tedzhen. Der Bestand des Tigers im Tedzhen hatte sowohl mit Nordost-Iran als auch mit Nord-Afghanistan in Verbindung gestanden. In der Vergangenheit waren Tiger am Murghab und entlang der Staatsgrenze zu Merv im Norden sehr häufig. Tiger wurden auch an der Kushka am Chil'duktar (südlich der Stadt Kushka bis zum Zusammenfluss mit dem Murghab oberhalb der Stadt) beobachtet. Am Kushka-Fluss wurden Tiger als regelmäßige Einwanderer gesehen und konnten zeitweise dort ständig vorgekommen sein. Am Murghab und Kushka verschwanden Tiger wegen der Zerstörung der Tugais und der Anbau von Baumwolle aber noch mehr wegen der intensiven Bejagung durch Armee und Offizier-Sportsjäger noch vor der Oktoberrevolution im 1917.




Der Kaspitiger verschwand vor langer Zeit im Norden und hielt sich im Süden bis zu den 1880er und sogar bis den 1890er. Am Oberlauf der Kushka war er noch in den 1880er ziemlich häufig. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Persischer Tiger im Murghab Tal praktisch ausgestorben, sogar als Einwanderer waren Tiger am Murghab und Kushka nicht mehr anzutreffen. Die Möglichkeit von Einwanderungen war bis zu den 1920er gegeben, da Tiger im Angrenzenden Afghanistan noch selten gesichtet wurden, verschwanden aber noch von der Mitte des 20. Jahrhunderts auch dort.

Das Amu-Darya Tal stellt eine mehr oder weniger isolierte Verbreitung des Tigers dar. Tiger kamen hier von den Unterläufen des Pjandzh bis zum Aral-See vor. Entlang dieser Strecke hatten Tiger zwei ständige Verbreitungsgebiete; den nördlichen und den südlichen. Im mittleren Flussabschnitt hielten sich einzelne Tiger nur zeitweise auf. Hier kamen Tiger nie ständig vor, oder wenn ja, dann war es schon so lange her, dass darüber keine Berichte mehr existieren. Das nördliche Gebiet streckte sich über das gesamte Amu-Darya Delta aus, wo Tiger bis zum Nukus und Kodzheila vorkamen. Früher wurden Tiger in den Tugais des Amu-Darya beobachtet nicht nur in der Khivinsk-Oase aber auch am Dargansk Ata (40030') und Dayakh-tyn (40005') Tugais beobachtet. In der ganzen Region, besonders in jenen beiden südlichen Tugais wurden Tiger noch am Ende des 19. Jahrhunderts und bis ins frühe 20. Jahrhundert beobachtet, und kamen in großer Zahl im Deltagebiet vor. Die Zerstörung der Tugais, das Aussterben der Wildschweine, und Jagd führten zum Rückgang des Areals und Bestandszahlen der Tiger. In den 1920er wurden Tiger nur noch im Amu-Darya Delta gesichtet und in den 1930er lediglich um Kodzheila und Nukus beobachtet. Der letzte Tiger wurde 1938 beim Nukus getötet. Tiger wurden in den 1940er nur im Mündungsgebiet der Delta (in den Regionen von Kungrad, Karauzyak, Muinak und Kegeili) gesehen, wo 1942 etwa 12-15 Tiere gezählt wurden. Trotz des Jagdverbots sank ihre Zahl auf 5-6 im 1947, und bis 1950 verschwanden sie alle. Unbestätigte Informationen besagen, dass Tiger in 1950, 1951 im Amu-Darya Delta erlegt wurden (Sludski 1953). Andere Quellen behaupten, dass Tiger im Deltagebiet selbst noch Februar 1955 und Dezember 1963 (Kegeili-Region) gesichtet wurden. Im September 1965 wurde ein Tiger gesehen (Mambetzhumaev und Palvanniyazov, 1968). Letztendlich wurde ein Jungtier Mitte Juni 1968, 25 km nördlich von Nukus am Ufer des Amu-Darya gesichtet. Vermutlich wurde dasselbe Exemplar von mehreren Leuten am Fuße des Sultanuizdag, 3 km vom Ufer des Amu-Darya und etwa 15-20 km von der ersten Sichtung entfernt beobachtet.

Zwischen den beiden Stammgebieten entlang des Amu-Darya kamen Tiger seit etwa 1894/1914 nicht ständig vor, aber wurden häufig als Einwanderer gesichtet. Es wurden Tiger im Kyzyl-Atrak (25 km südlich von Kerka) bei Kerka und im Pal'vart (80 km unterhalb von Kerka) und bei Chardzou beobachtet. In manchen Fällen sind sie länger geblieben und paarten sich sogar; im Winter von 1931 wurden 6 Tiger bei Chardzou beobachtet, die sich im Dzharabat-Tugai (30-40 km unterhalb von Darganat) niederließen und sich dort vermehrten. Als in der Vergangenheit mehr Tiger und Tugais gab, waren vermutlich solche Ansiedlungen häufiger.


Geschrieben von Kaspi tiger am 31.12.2010, 13:27:

 

Teil 2.

Der südliche Areal des Tigers am Amu-Darya dehnte sich über den Oberläufen des Amu Darya mit dessen Zuflüssen und Abschnitten des Pjandzh-Tals aus. Im Osten hatte der Tiger Chubek (südlich von Kulyab) und die westliche Ausläufer des Darvazza-Gebiets erreicht. Tiger hatten die Rohrdschungel am Amu-Darya und des Pjandzh bis zum Termez und vielleicht noch weiter stromabwärts bewohnt. Der Tiger kam auch ständig in den Tugais von Yakhsu, Kyzylsu, Vaksh, Kafirnigan, Surkhan-Darya und Shirabad vor. Der Tiger wanderte auch in höheren Lagen des Gissar-Tal; (Oberlauf des Kafirnigan) bis zum Oberlauf des Surkhan-Darya. Das Stammgebiet des Tigers lag am Unterlauf der erwähnten Flüsse, Tiger waren in den höheren Lagen dieser Flusstäler nur Wanderer.


Diese Region war am reichsten am Tiger in ganz Zentralasien. Tiger konnten sich hier in den Auwälder ungestört fortpflanzen, wo Wildschweine und Hirsche ungewöhnlich häufig waren, außerdem wanderten immer wieder Tiger aus Afghanistan hinzu. Am Urta-Tugai Insel (etwa 400 km2 Gebiet) im Afghanistan am Pjandzh bei Parhar wurden jedes Jahr 4-5 Tigerwürfe beobachtet - das ist gewiss eine Übertreibung. Diese ideale Verhältnisse herrschten dort bis Anfang des 20. Jahrhunderts, aber der Rückgang begann schon Ende des 19. Jahrhunderts.



Die Umwandlung des Habitats spielte ab den 1920er und 1930er eine bedeutende Rolle, jedoch waren auch hier die militärische Jagdkommandos am Werke - Naturwissenschaftler hatten Dutzende Tigerfelle bei manchen Sportsjäger-Offizieren gesehen (Masalskii, 1913).

Selbst in den 1930er hatten hier Tiger noch am Pjandzh und Amu-Darya und den Unterläufen des Vaksh und anderen isolierten Gebieten gelebt, aber bereits in den 1950er bestand der Population auch dort nur aus einigen Einwanderer aus dem Süden (Afghanistan) welche permanent am Unterlauf des Vaksh, insbesondere im Tigrovaya Balka Reservat lebten. Tiger kamen im Surkhan Darya-Tal bei Denau und Saryassiya in den 1930er, 1940er und den frühen 1950er vor (V.G. Heptner 1930). Weiterhin waren Tiger in den Flussauen des Kafirnigan im Norden bis zum Mikoyanabad (Kabadian) im Gissar-Tal (der Tiger wurde 1938 bei Rokhatinisk geschossen), im Vaksh Tal, nördlich von Aral (Kuybischew-Region) verbreitet.




An den Oberläufen des Pjandzh/Tadzhikistan, besonders am Unterlauf des Kyzylsu bei Parhar/Afghanistan und unterhalb von Kolkhozabad gesehen. In den Tugais des Kyzylsu lebten in den 1950er nicht mehr als 5 Tiger und ihr Gesamtzahl im Tadschikistan war nicht mehr als 10-15. Im Tigrovaya Balka wurden Spuren zuletzt Sommer 1954 gesehen. Tiger verschwanden aus der Region in den 1950er trotzdem waren noch Einwanderungen aus Afghanistan möglich, wo sie am Pjandzh und Amu-Darya sehr selten wurden. Laut bestätigten Berichten kamen Tiger in den 1960er aus der Sowjetunion nach Afghanistan (J. Niethammer).
In der Vergangenheit kamen Tiger im Zeravshan bestimmt bis zum Mitte des 19. Jahrhunderts vor, aber dafür gibt es nur indirekte Hinweise (Svertsov, 1873).




Entlang der Syr-Darya kamen Tiger von der Mündung bis zum Ferghana vor. Entlang des rechten Zuflusses des Syr-Darya, d.h. am Chirchik wurden Tiger bis nach Tashkent beobachtet, sie lebten in den 1870er in der unmittelbaren Nähe der Stadt und auch weiter oberhalb in der Gegend von Kuraminsk, 40 km südlich von Taschkent, sowie am Arysu und dessen Zuflüssen; dem Boroldai (50 km nördlich von Chimkent) und Ulkun Aksu (an dessen oberen Abschnitten am Talassk Alatau). Sie kamen auch entlang der Ufer des Aral-See vor, wo in der Vergangenheit riesige Schilfbestände maßgebend waren. Tiger kamen auch am Unterlauf der Kuvan-Darya und Dzhany-Darya vor.




Tiger waren Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts im Syr-Darya Tal weit verbreitet, obwohl sie schon damals nur als seltene Wanderer vorkamen, wie z.B. im Ferghana. Mit der Ankunft russischer Jäger nahm der Zahl der Tiger ab und ihr Lebensraum schrumpfte. Tiger hatten am längsten an den Unterläufen des Syr-Darya, unterhalb von Kazalinsk ausgeharrt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kamen Tiger entlang des Fluss und am Chirchik vor, wobei Wanderungen im Ferghana noch 1903 gemeldet wurden. Zwischen 1910-1915 waren Tiger unterhalb von Kyzyl-Orda ziemlich häufig, aber nördlich davon waren sie schon selten und kamen nur vereinzelt vor.
Ab den 1900er und 1910er verschwanden dann Tiger auch schnell entlang der Unterlauf des Syr-Darya, der letzte Tiger wurde dort 1933 getötet (Region Kazalinsk).




Streunende Tiger wurden bis 1937 beobachtet. Nach jahrelanger Unterbrechung erschienen dann Tiger am Unterlauf des Syr-Darya Ende 1945 noch ein letztes mal, wo sie an der Mündung des Solotyub (etwas oberhalb von Kyzyl-Orda) beobachtet wurden. Tiger sind damals der Migration von Wildschweinen aus dem Amu-Darya Becken gefolgt, weil das Schwarzwild damals eine Invasion im Amu-Darya Delta hatte, und sie kamen in großer Zahl entlang der Aral-See Ufer nach Syr-Darya. Im Winter 1945 verschwanden die Tiere dann von Syr-Darya. Eine ähnliche Einwanderung aus dem Amu-Darya Gebiet wurde 1924 verzeichnet. Tiger konnten entlang der Turgai Fluss, von der Syr-Darya Mündung und Ufer des Aral-See weit nach Norden vordringen.
Weiter östlich wurden Tiger entlang der Telikul'sk See und an den Unterläufen des Sarysu beobachtet, und lebten entlang des Chu von den Gebirgen bis zum Unterlauf; Tiger waren hier auch Anfang des 20. Jahrhunderts häufig. Die letzten beiden Tiger wurden am Chu 1912 getötet, aber sie wurden selbst noch 1929 beobachtet.



Turantiger konnten sehr große Entfernungen zurücklegen und wurden sehr weit nördlich außerhalb ihres Areals als Wanderer beobachtet. Häufig fand man Tiger in unwirtlichsten ihnen gar nicht zusagenden Gebieten - in offenen Steppen und Wüsten. Im Zentralasien und Kasachstan sind mehrere Langstrecken-Wanderungen von Tiger verzeichnet. So hatten sie öfters am Nordrand der Kyzyl-Kum Wüste und entlang dem östlichen Ufer des Aral Sees zu in den Unterläufen des Syr-Darya (hin und zurück) 500 km in der Luftlinie gewandert. In 1945 wurde es festgestellt, dass jene Tiger welche die Invasion der Wildschweine folgten, 1000 km in 2-3 Monaten zurücklegten.




Im Westen wurden in Turkmenistan Wanderungen bis nach Groß-Balkhan und bis zum Nordufer des Kara-Bogaz-Gol Bucht (1936) beschrieben. Im Shevchenkovsk Region, Guryev Bezirk wurde eine Tigerin mit zwei Jungtieren in 1947 beobachtet. Die Tiger vom Groß-Balkhan wanderten offensichtlich aus Iran nach Kara-Bogaz-Gol entlang der südlichen Ustyurt Plateau (und entlang der Strasse von Kungrad) vom Amu-Darya Delta. Tiger wanderten auch entlang der Südostküste des Aral-Sees im nördlichen Kyzyl-Kum und am Kuvan-Darya. Von Amu-Darya erreichten sie sogar die Mündung des Ural-Flusses in die Kaspische Meer - "Nahe der Yaik Mündung mit hohem Schilf fanden Schwarzwild und Tiger Unterschlupf" schrieb Pushkin in seinem Werk Geschichte der Pugachev, Band I.). Diese einzige Referenz von Pushkin konnte durch zuversichtliche zoologische Aufzeichnungen nicht belegt werden. Es gibt aber Aufzeichnungen von Tiger im Gebiet der Kleinen Kasachen (Brandt, 1856), wo Tiger im Uralsk Bezirk und Teilen der Turgaisk und Syr-Daryask Bezirken, in den Orenburg und Astrakhan Provinzen vorkamen.



Tiger sind aus dem Pri-Balkhash bis nach Kasachstan und Westsibirien vermutlich entlang der Flüsse Chu und Sarysu und dem Zaisan-Region gewandert. Im südlichen Altai Region und Pri-Altai Region wurden Tiger in Altai (Katon-Karagai Station), Bukhtarminsk, Ust Kamenogorsk, Semipalatinsk, Zmeinogorsk, Loktevsk Zavod am Alee Fluss, Biisk (52030') und sogar Barnaul (530) und anderen Orten im selben Region (Setovka, B. Biisk: Prokroski Zavod) gesichtet. Entlang des Irtysh erreichten Tiger Pavlodar und Yamshev (50 km oberhalb von Pavlodar). Diese Wanderungen wurden meist Anfang des 19. Jahrhunderts verzeichnet, als Tiger in den südlichen Regionen noch nicht selten waren.
Westlich des Irtysch wurden Wanderungen nördlich von Balkhash in den Karkalinsk Gebirgen, um Akmolinsk, sogar bis zu Kokchetav Gebirge gemeldet (Sedelnikov und Borodin 1903, Sludskij, 1953).



http://www.youtube.com/watch?v=d_XNW95aSGE

Turan-Tiger (P.t. virgata, auch P.t. septentrionalis, P.t. trabata, P.t. lecoqui) Illiger, 1815. Im Vergleich mit den Amur-Tiger sein Körperbau war weniger massiv und durchschnittliche Körpergröße etwas kleiner.
Hauptfarben des Fells sind weiß und variieren zwischen hellen rötlich-Rost besonders am Sommerkleid aber Farben sind noch heller am Winterfell. Die Farben der Streifen sind gemischt; es sind braune, zimtbraune, sogar "intensiv Zimtbraune" (Ognev, 1935) Töne. Die dunklen Streifen sind lang, schmal und enger aneinander gereiht. Zeichnungen sind schwarz am Kopf, Nacken, Rücken und am Schwanzende. Die Ringe am Schwanz sind einzeln in der unteren Hälfte; die winkligen Muster an der Schwanzwurzel sind weniger ausgeprägt als beim Amur-Tiger.



Der jahreszeitliche Wechsel der Färbung ist ausgeprägt, aber weniger als beim Amur-Tiger. Winterfell ist viel heller und stumpfer in der Farbe mit verschwommener Musterung als der Sommerkleid. Haare des Winterfells sind länger und dichter, sogar "flauschig". Haarlänge am Rücken beträgt 8-13 mm und am Bauch 20-30 mm, 20-50 mm am Nacken, sogar 90 mm.



Wie erwähnt wurde der Turan-Tiger etwas kleiner als der Amur-Tiger, aber auch im Turkestan kamen riesige Exemplare vor. Der Tiger von Prishibinsk/Kaukaus hatte eine Körperlänge von 270 cm. Der Tiger im Aschabad Museum wurde 10 Januar 1954 im Sumbar am Kopet-Dag erlegt und hat eine Körperlänge von 225 cm und einen 38,5 cm langen Schädel, was sogar den Amur-Tiger übertrifft. Die Condyo-basale Länge ist 30,5 cm und die zygomatische Breite ist 20,5 cm. Der äußere (vordere) Bogen des Schneidezahns ist 7 cm lang, was den Maximum bei Russischen Tiger darstellt (V.G. Heptner). Der Schädel des Tigers von Lenkoran (Belyasuvar) hat eine maximale Länge von 36,2 cm und eine Breite von 24,8 cm und eine interorbitale Breite von 7,8 cm (Satunin, 1905).



Der Turantiger kam in Zentralasien und Süd-Kasachstan im Osten vor und Wanderer kommen im West-Altai Gebirge und im Südost-Kaukasus, Süd-Turkmenien, Süd-Tadschikistan (Amu-Darya) vor. Turan-Tiger waren auch im Nord-Iran und Nord-Afghanistan, in West-Dzhungarien, Tarim-Becken, und Lop-Nor (Kashgarien) verbreitet. Der Turkestan-Tiger ist eine klar abgegrenzte Form und unterscheidet sich vom Amur-Tiger in mehreren Charakteristika. Der Kaspi-Tiger hat mehr mit dem Königstiger (P.t. tigris) gemein als mit dem Amur-Tiger. Das Somerfell sieht denen der Tiger Indiens sehr ähnlich, der Winterfell ist aber länger und dichter. Die Färbung im Allgemeinen ist auch ähnlich, aber die Streifen des Turkestan-Tigers sind länger und schmaler und liegen eng bei einander. Die Streifen sind aber nicht schwarz, es herrschen braune und zimtbraune Töne vor.


Population.
Im äußersten Nordwesten kam der Tiger im 18. Jahrhundert an der Ostküste des Schwarzmeeres, im Adscharien, im Kolkhid-Tiefland vor. Tiger starben dort in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus. Tiger wurden in Osten von Georgien bis Anfang des 20. Jahrhunderts ab und zu beobachtet, der letzte wurde 1922 erlegt. Im Armenien wurde ein Tiger noch 1948 geschossen (Sludski, 1966). Mitte des 19. Jahrhunderts waren Tiger im Südost-Aserbaidschan, Lenkoran Tiefland und Talysch Gebirgen zahlreich und vermehrten sich dort - damals wurden jährlich 10-20 Tiger geschossen, der Jagdsaison war der Herbst und Winter (Brandt, 1856).



1896 waren hier Tiger immer noch "nicht selten" und es wurden noch jährlich 1-2 Exemplare erlegt. Im frühen 20. Jahrhundert änderte sich das und Tiger kamen nur noch als regelmäßige Einwanderer aus dem Iran vor. Im Trans-Kaukasus wurden nur 2 Tiger zwischen 1920 und 1950 erlegt und etwa zehn wurden zwischen 1950 und 1966 geschossen (Sludski, 1966). 1961 wurde ein Tiger in der Nähe von Astara und 1963 zwei im Lenkoran und 1966 erlegt. Im Talysh wurden nur einzelne Tiger beobachtet (Lagidze 1964, Aliev und Nasibov, 1966).
In Turkmenien waren Tiger im 19. Jahrhundert am Tedzhen noch häufig - sie wurden im Tiefland in den 1880er und 1890er oft gesehen. Am Murghab waren sie auch häufig aber Ende des 19. Jahrhunderts waren sie nur noch am Quellgebiet und am Kushka-Fluss anzutreffen.




Tiger lebten nicht im Kopet-Dag, aber wanderten von Iran aus dorthin ein. Sie wurden am Atrek, Sumbar und Chandyr oft beobachtet, und im westlichen Kopet-Dag. Entlang der Amu-Darya war der Tiger im 19. Jahrhundert überall bekannt, anfang des 20. Jahrhunderts war er schon überall ein seltener Wanderer mit Ausnahme der Oberläufen und der Delta (V.G. Heptner). Anfang des 20. Jahrhunderts starben Tiger überall in Turkmenien aus, bis auf den Amu-Darya. In den 1930er erhöhte sich ihre Population noch ein letztes mal, aber für nicht lange Zeit.

Zwischen 1900 und 1968 wurden nur 10 Tiger geschossen, der letzte wurde im westen von Kopet-Dag am Kaine-Kasyr erlegt. Tiger konnten aus Afghanistan und dem Iran nach Turkmenien einwandern.
Im Uzbekistan waren Tiger vergleichsweise immer selten, auch am Ende des 19. Jahrhunderts. In den 1930er erhöhte sich ihr Zahl etwas, so wurden im 1942 zwölf bis fünfzehn Tiger am Unterlauf des Amu-Darya gezählt. Dann kam aber das Ende trotz des Jagdverbots- 1947 wurden nur noch 5-6 Tiger aus dem Delta gemeldet und der letzte wurde 1950/51 erlegt.

Im Tadschikistan waren Tiger am Pjandzh, Vaksh, Kyzylsu und in anderen Flusstäler häufig, in den frühen 1950er war ihr Gesamtzahl auf 10-15 Exemplare gesunken (Chernyshev, 1958 ), vielleicht war das ein Irrtum, und die Zahl war noch niedriger. Zwischen 1942 und 1950 wurden im Tadschikistan nur 10 Tiger erlegt. Tiger verschwanden dort 1953 oder 1955. Ein unbestätigtes Bericht zufolge soll ein Tiger noch 1963 im Pjandzh Tal im Chubek-Region (A.A. Sludskij) erschienen sein. Als Tiger in Afghanistan vorkamen, waren Einwanderungen nach Tadschikistan möglich.
In Kirgizien waren Tiger selbst im 19. Jahrhundert selten - sie lebten in der Region der Issyk Kul See, im Tersk Alatau, Chu Flusstal und dem Bolshoi Kabin und verschwanden dort schon in den 1880er (Sludski, 1966).




Im 19. Jahrhundert kamen Tiger im Kasachstan an der Syr-Darya, Chu, Ili, Karatal, und anderen Flusstäler, am Balkhasch, Alakul und Zaisan vor, von wo sie gen Norden vordrangen, sie wanderten bis Kokchetav, Pavlodar und Barnaul und den Flüssen Irtysh und Ishim.

Im Tien-Shan waren Tiger regelmäßig beobachtet aber sie waren sehr selten im südlichen Altai. Tiger kamen im Ustyurt im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert vor, sie kamen dorthin vom Unterlauf des Amu-Darya. Tiger wurden in großer Zahl in den Schilfbeständen um den Aral See und am Syr-Darya gefunden: sie fielen über Pferde und Kamele her (Rychkov, 1762).



Der Nidergang des Tigerbestands begann schon in den 1840er und 1850er, durch Bejagung der Tiger und der Wildschweine und der Zerströung des Lebensraums. Jagdkommandos aus Offizieren und Kosaken schossen 8-12 Tiger im kurzen Zeitraum. Anfang des 20. Jahrhunderts überlebten Tiger nur vereinzelt am Syr- Darya. Zwischen 1905-1910 wurden im Syr-Darynsk Bezirk lediglich 9 Tiger getötet (Zarudnyi, 1915) und der Bestand nahm weiter ab. Die letzten beiden Tiger im Syr-Darya nahe der Aral-See wurden 1924 getötet. Im Kazalynsk wurden Tiger 1933 geschossen, jedoch wurden Tigerspuren noch 1937 und 1945 gesehen, als Tiger aus dem Amu-Darya Delta einwanderten (Sludski, 1966).

Im Chu-Becken verschwanden Tiger bereits 1912, spätestens 1916/17. Im Delta des Ili-Flusses am Balkhash See überlebten Tiger ziemlich lange, 1935 fand man noch 10 Tiger. Der letzte wurde im Winter 1934/35 getötet und Tiger verschwanden gänzlich am Pri-Balhasch bis 1948. Tiger starben in der Zaisan-Senke bereits 1894 aus.
Im 20. Jahrhundert hat der Bestand des Tigers auch in den Nachbarstaaten abgenommen. Im Südost- Türkei und Armenien wurden Mitte des 19. Jahrhundert jede Jahr mehrere Tiger getötet (Blit, 1863). Jetzt sind Tiger in der Türkei ausgestorben.

Im Iran kamen Tiger an den Osthängen des Talysh und an der Westküste des Kaspischen Meeres vor. Tiger bewohnten die Provinzen Mazenderan, Gilan, Gorgan, und Khorasan. In den 1930er lebten im Iran noch 80-100 Tiger, danach hat auch dieser Bestand abgenommen. Tiger waren "ziemlich selten" in den Wäldern von Hyrkanien und entlang der Südküste des Kaspischen Meeres. Die intensive Waldrodung hatte den Tigern offensichtlich nicht gut getan. (Misonne, 1959, Ley, 1967). Der letzte Tiger im Iran wurde 1959 erlegt.




In Afghanistan waren Tiger am linken Ufer des Pjandzh vor den 1950er in den Tugais häufig, von wo sie oft nach Tadschikistan vordrangen. Solche Wanderungen hörten in den 1960er auf, was darauf hindeutet, dass Tiger auch im Nord-Afghanistan ausstarben. Im 19. Jahrhundert kamen Tiger in den Dickichten an den Flüssen Gerirud, Kunduz und Murghab vor, aber sie verschwanden später.

Im China waren Turan-Tiger im 19. Jahrhundert, im Dschungarien, Kashgarien und am Tarimbecken ziemlich häufig, sie kamen am Tarim-Fluß, um Lop-Nor, und den Flüssen Khotan, Yarkand, Kyzylsu, Kashgar, Manas, Urungu, und anderen Flüssen sowie im Tien Shan Gebirge vor. Sie verschwanden in den 1920er am Tarim-Fluss und Tien-Shan. Tiger kamen bis 1959 am Manas-Fluss sehr selten vor, sie fehlten in anderen Teilen von Xinjiang, aber sie starben dann auch dort aus.

Saisonale Wanderungen. Wie bereits erwähnt, legen einzelne Tiger bei der Suche nach Beute große Strecken zurück. Sie durchquerten große Areale, Wanderungen waren normal. So stiegen Tiger in Kasachstan im Frühling in höheren Lagen auf um weidende Huftiere zu erbeuten und kehrten im Herbst in Täler zurück. Periodische Wanderungen folgten die Populationsdynamik und Migration der Beutetiere, (z.B.: Wildschweine), Waldbrände im Taiga, in den Augebieten und Tugais. Im Tadschikistan konnte ein Zuwachs immer dann beobachtet werden, als am linken Ufer des Pjandzh, im Afghanistan, jenseits der Grenze der Schilf angezündet wurde und die Tiger ausweichen mussten. Am Unterlauf des Syr-Darya wurden Tiger lediglich im 1926 und 1945 beobachtet, beides Mal folgten sie die Wildschweine. Im Winter 1945 legten Tiger insgesamt 1000 Kilometer durch die Kyzyl-Kum Wüste zurück.

Als 1930 im Ili-Deltagebiet eine großes Gemetzel an Wildschweinen stattgefunden hat, flüchteten Tiger aus der Region, zwei Tiger sind entlang der Ili nach China gewandert. Die Tiger, welche im 19. Jahrhundert bei Biisk und Barnaul beobachtet wurden, mussten auch 400-600 km von ihren angestammten Areal (Balkhasch-See und Zaisan-Senke) zurücklegen.

Tiger wurden vom Stachelschweinen im Transkaukasus, Zentralasien und Kasachstan verletzt, als sie es erlegten - im Indien hatte man 102 Stachel aus einem erlegten Menschenfresser entfernt - die Stachel wurden zwischen den Muskel eingedrungen, in einem anderen toten Tiger hatten Stachel die Lungen durchbohrt (Burler, 1955).

Turan-Tiger hatten meistens 2-4 Jungtiere in einem Wurf, Einzelgeburten waren ebenso selten wie ein Wurf mit 5-6 Tigerbabys. Die Jungtiger starben oft in den ersten Monaten, deswegen wurden erziehende Tigerinnen meistens von 2-3 Jungen gefolgt, 4 waren selten. Im Transkaukasus wurden zwei Würfe mit je 2 Tigerbabys, im Kasachstan zwei Würfe mit 2 Jungen, ein Wurf mit 3 Jungen und ein mit 4 Jungen beobachtet, im Tadschikistan wurden zwei Würfe mit je ein Tigerbaby beschrieben.

Ernährung. Im Südost-Transkaukasien war das Wildschwein die Hauptbeute des Tigers. Im Magen der erlegten Tiger wurden im Lenkoran nur Überreste von Wildschweinen gefunden (Satunin, 1914). Gelegentlich hatten Tiger Rehe, Kaukasus-Rothirsch erbeutet, verschiedene Haustiere (einschließlich Hunde) und Rind wurden nur im Winter gerissen (Dinnik 1914, Vereschagin 1942). Im Iran hatte der Tiger die selben Spezies erbeutet, dort kam noch der Kropfgazelle hinzu (Brandt, 1856).



Auch in Turkmeistan, Uzbekistan, Kasachstan war das Schwarzwild die Hauptbeute des Tigers. Der Buchara-Hirsch war die zweitwichtigste Beute, im Kasachstan war es der Reh. Im Tigrovaya Balka, Tadschikistan führten Hirsche, gefolgt vom Wildschwein und Haustieren. So wurden 1950 am Unterlauf des Vaksh 19 Hirsche, 17 Kühe, 4 Pferde, 4 Esel und 1 Kamel gerissen. Im Sommer wurden Haustiere, die frei in den Tugais weideten leichte Beute für Tiger. Der Magen der Tigerin, die am 26 Juni 1950 im Kyzylsu-Tugai geschossen wurde, enthielt Knochen und Fleisch von Kühen (Chernyshev, 1958). Im Schilf entlang der Flüsse lauerten Tiger die Kropfgazellen auf, welche zu den Tränken kamen, Überreste der Gazellen waren häufig anzutreffen (Flerov, 1935). Februar 1945 hatte Stroganov im Tigrovaya Balka in einem Versteck des Tigers die Überreste von Gazellen, Wildschwein und Hirsch gefunden (Stroganov, 1959). Am Unterlauf des Amu-Darya hatten Tiger manchmal auch Schakale und Dschungelkatzen (Felis chaus) erbeutet und sogar Heuschrecken gefressen (Pokrovskii, 1951). Im Tadschikistan enthielt der Kot oft ausschließlich Heuschrecken und Maulwurfsgrillen, ein Gemisch aus dem Chitin von verschiedenen Käfer, und dem Haar von Nagetieren sowie Vogelfeder. Im Herbst kamen noch Samen der Silberweide und Sanddorn-Früchte hinzu (Stroganov, 1961).
Am Zhana-Darya, und am Ufer der Aral-See, Kasachstan, hatten Tiger außer Wildschweine auch Saiga-Antilopen, Kropfgazellen, Wildpferde, Kulans, und Argali-Schafe (Ovis ammon arcal) getötet (Meyendorff 1826, Eversmann 1850). Kropfgazellen (Djeiran) wurden auch entlang der Ili an den Tränken erbeutet (Alferaki, 1882). In den Rohrdschungel der Flüsse Syr-Darya, Chu und Ili hatten Tiger Saiga-Antilopen gejagt, als diese noch zahlreich waren und ihre Herden sich im Winter dort aufhielten. Nach Fluten hatten Tiger gerne gefischt (Smirnov, 1875). Tiger schlugen auch Haustiere, nicht nur im Tadschikistan sondern überall im Zentralasien. Meistens waren es Hunde und Pferde, manchmal auch Kamele. Im Winter 1877 hatten Tiger alle Hunde in einem Dorf jenseits von Chirchik im Kaya Tyub getötet (Smirnov, 1879). In Kirgizien lebten Tiger in Winter ausschließlich von Haustieren wo sie zahlreich vorhanden waren (Alferaki, 1882). 1930 hatten Tiger im südlichen Pri-Balkhasch in der Umgebung der Stadt Krasnyi innerhalb kurzer Zeit etwa 200 Rinder erbeutet, deshalb zog die Bevölkerung in anderen Gebieten, wo die Haustiere mehr Sicherheit hatten.


Geschrieben von Kaspi tiger am 23.12.2010, 10:45:

 

http://www.zooclub.ru/eng/wild/1.shtml

Turan-Tiger
... Im Westen des Verbreitungsgebiets, lebte ein einzigartiger Tiger isoliert zwischen Hochgebirgen und Wüsten. Einige Zoologen nannten ihn "Turan-Tiger" (Turan ist ein alter Name des Tieflandes von Zentralasien). Andere nannten ihn "Kaspischer Tiger". Er lebte sowohl in den Regionen Zentralasiens, an den östlichen und südlichen Küsten des Kaspischen See, Transkaukasien und im angrenzenden Iran.
Die Verbreitung dieser Großkatzen wurde von den Vorkommen von Wildschwein und Hirschartigen- entlang der Flüsse Zentralasiens - Amu-Darja, Syr-Darja, Vaksh, Pjandzh, Atrek, Tedzhenu und Murgabu bestimmt.
Der Lebensraum dieser Tiger streckte sich von den nördlichen Regionen bis zum Balkhasch-See in Kasachstan.



Sie lebten in den Tugai-Aulandschaften und Wälder am Fuße der Hochgebirgen, sowie in feuchten, subtropischen Dschungel von Süd-Aserbaidschan und den Nordprovinzen des Iran und Afghanistan.
Diese Tiger haben ihre Höhlen im unwegsamen Gestrüpp in Wassernähe eingerichtet, denn Tiger trinken gerne, häufig und reichlich. Winter mit viel Schnee waren sehr hart für den Turan Tiger, so bauten sie ihre Höhlen den Orten die relativ Schneefrei waren.



In Zentralasien war dieser Tiger "Dzholbars" genannt. Das Wort "Dzhol" bedeutet "Weg" in der Kasachen-Sprache. "Bars" bedeutet "Vagabund". Also sein Spitznamen übersetzt sich besser, als "vagabundierende Leopard". Von Zeit zu Zeit sehnten sich Turan-Tiger nach Platz, und verließen ihre angestammte Lebensräume und streunten herum, hatten die Menschen dabei verwirrt und beängstigt, denn plötzlich tauchten sie an Orten auf wo man sie nie zuvor gesehen hat.



Aufzeichnungen belegen, dass der Turan-Tiger problemlos bis zu 55 Meilen täglich zurücklegten. So tauchte im Jahre 1922 eine solche streunende Großkatze in den Vororten von Tbilisi der Hauptstadt von Georgien auf, nachdem er 250 Meilen überwand. Sein Leben wurde vom Menschenhand beendet.



Obwohl Tierfotografen Aufnahmen von den seltensten, heimlichsten und gefährlichsten Tieren machen, keiner von ihnen hatte das Glück, je einen Turan-Tiger in freier Wildbahn zu fotografieren. So wie es aussieht, wird auch niemand mehr diese Aufnahme machen können... Es wird vermutet, dass diese Tiger für immer verschwunden sind.



Aber wenn das so ist, verschwanden sie erst vor Kurzem, ihre Erinnerung ist noch frisch im kollektiven Gedächtnis. Laut der spärlichen Beschreibungen war der Turan-Tiger über zwei Meter lang, Tigerinnen waren kleiner. Er wog fast zweihundert Kilogramm.

***
Marco Polo berichtete über Tiger: http://en.wikisource.org/wiki/The_Travel...ok_2/Chapter_18
Über die Jagdleoparden und Jagdlöwen des Khans
Der Khan hat einen großen Anzahl von Leoparden (Geparden) [1] abgerichtet für die Hetzjagd �.[2] Er besitzt auch mehrere große Löwen, welche die Löwen von Babylonien an Größe überragen, und wunderschön gefärbt sind: ihre Seiten sind rot, schwarz und weiß gestreift. Diese sind für die Jagd auf Wildschweine, Wildrind, Bären, Wildesel und Hirsche abgerichtet, und es ist ein herrlicher Anblick sie zu beobachten, als sie diese Beute nachjagen! Bei Jagden werden sie aus ihren verdeckten Käfigen geholt, und jeder Löwe hat einen kleinen Hund mit sich. Sie werden abgerichtet, die Beute immer gegen den Wind anzupirschen, sonst würde ihr Geruch auffallen und das Jagdwild entkommen.][3]




http://italophiles.com/marcopolo.htm
Die Zelte für die Audienz sind jeweils mit 3 Holzsäulen versehen, die reichlich mit schwarz-rot-weiss gestreiften Löwenhäuten bedeckt sind�

***



Der Turan-Tiger waren leuchtend rot gefärbt. Seine Streifen sind schmaler, dichter und länger als bei anderen Tigern. Einige Exemplare hatten zimtbraune Streifen. Sein Fell war dicker und weicher im Winter, besonders auf dem Widerrist und auf dem Bauch, und sein Backenbart hat ein üppiges Aussehen, so dass er flauschiger wirkte als die anderen kurzhaarigen Tiger-Unterarten.




Jeder, der je einen Turan-Tiger in freier Wildbahn gesehen hat behauptet, dass er eine echte Kombination von Macht und Geschmeidigkeit war. Sein Anmut war etwas schwerfällig, eher der äußere sichtbare Teil der innen geballten Kraft. Seine Tarnfarben halfen ihm, sich im gelben Schilf zu verbergen. Im Herzen der subtropischen Wälder, mit Spiel von Licht und Schatten erlaubte ihm seine Färbung, sich ganz nahe an seine Beute heranzuschleichen, um schließlich eine genaue und schnelle Attacke zu machen. Er sprang bis zu sechs Meter weit. Kein Beutetier konnte diese geballte Energie und gezielten Kraft von zweihundert Kilogram widerstehen. Seine schwarzen Streifen und gelbes Fell verschmolzen, so dass der Turan-Tiger grau aussah.




Einmal blieb ein Kamel hinter seinem Karavan zurück und verfing sich in einem Salzsumpf. Die Kameltreiber versuchten ihr Bestes, konnten ihn aber nicht herausziehen. Sie machten ihr Lager der Nähe für die Nacht in der Hoffnung, dass sie den Kamel am nächsten Morgen doch aus dem Schlamm befreien können. Aber in der Nacht hatte ein Tiger diesen Kraftakt erledigt, und verschleppte den Kamel auf hundertfünfzig Schritte.

In Transkaukasien erbeutete der Tiger Rehe und Wildschweine. In der Nähe der Seen Zentralasiens waren es Buchara Hirsche und die zu den Tränken kommenden Kulans, Saiga-Antilopen und Kropfgazellen (Djeiran) (Gasella subgutturosa ). Der hungrige Turan-Tiger war nicht wählerisch, um einen Schakal oder eine Dschungelkatze (Felis chaus ) zu vernaschen. In der Regel er hielt sich von Tierkadaver fern. Viel lieber hatte er Nagetiere, Vögel, Schildkröten, Frösche, ja sogar Insekten gefressen! Bei Hochwässer wurde er zum Fischer; er riss laichende Karpfen aus den Untiefen. Manchmal aber fraß er Früchte der Silberweide und des Sanddorns.




Dr. Sergei Uljanovich Stroganow war einer der wenigen Zoologen, welche den Turan-Tiger in freier Wildbahn studieren konnten. 1945 hatte er eine Tiger- Höhle im Tigrovaya Balka untersucht- um dorthin zu gelangen, musste er über 125 Meilen (?) kriechen -- durch einen Tunnel im Wildwuchs. Der Tiger hatte sein Versteck so angeordnet, dass seine Höhle immer im Schatten der Bäume stand und deckte es mit flachem Gras. Es war eine Fläche von etwa vierzig Quadratmeter; voller Tigerspuren, überall lagen Knochen von getöteten Beutetieren herum. Es hing ein penetranter Tigergeruch und Verwesungsgestank in der Luft.

S.U. Stroganow schloss seine Beschreibung wie folgt: "Der Turan-Tiger ist mutig, scheu und sehr sensibel. Man kann Jahrelang neben den Tiger leben ohne eine Chance, sie zu sehen."




Stroganow hatte eher Glück, den Tiger nicht erblickt zu haben, denn beim Wettkriechen und anschließenden Nahkampf im Tunnel hätte wohl er den kürzeren gezogen.

Trotz der Scheu des Turan-Tigers war er in Europa lange vor den anderen Unterarten bekannt. Schon die alten Römer kannten ihn. Tiger wurden in Persien und Armenien eingefangen und nach Rom transportiert wo sie für blutige Gladiator-kämpfe eingesetzt wurden.

Der erste Tiger, der nach Rom kam, verursachte eine solche Angst, dass niemand den offenen Kampf gegen ihn wagte, so wurde er in seinem Käfig getötet. Im alten Russland kannte man Tiger nur vom Hörensagen - dass ein grimmiger Biest irgendwo im fernen Süden existiert.




Schritt für Schritt, als die Russen ihre Kontakte mit ihren Nachbarn knüpften, wurden Tiger aus Persien (heute Iran) und Zentralasien in Menagerien des Zaren gebracht. Feodor Kotow, ein weitgereiste Kaufmann war der erste Russe, der den Turan-Tiger beschrieb. In den 1620er sah er den Turan-Tiger in der Stadt Kazvine, im Tiergarten des Schah. Er benutzte die originale Benennung "babr" wie der Großkatze im Turkestan genannt wurde, der Name "Tiger" erschien viel später.



Die Stimme des in der Nähe brüllenden Tigers betäubt Menschen. Der Zoologe K.A. Satunin, Spezialist des Kaukasus Fauna, beschrieb dieses Getöse als "tiefen, glutturalen ao-ung ". Nicht ohne Grund betrachteten die asiatischen Völker den Tiger schon immer als Super-Wesen. Seine Fähigkeit, sich zu tarnen, zu verschwinden und wieder unerwartet aufzutauchen, hat ihn die Herrlichkeit des Werwolfs eingebracht. Der Tiger war der Held der Mythen, Märchen und Legenden.




Direkte Jagd des Tigers und die Verfolgung seiner Beutetiere - Wildschweine und andere Huftiere, sowie die Umwandlung seines Lebensraumes Tugai Augebiete und Wälder am Fuße der Hochgebirge, die Urbarmachung von Steppen für Baumwollplantagen und das Abbrennen vom Schilf verursachten einen drastischen Bestandsrückgang der Turan-Tiger.



Der Turan-Tiger hatte bei seinem Überlebenskampf einen winzigen Verbündeten, die Malaria-Mücke. Für lange Zeit waren es die malariaverseuchte Krankheitspfuhle in Transkaukasien, Zentralasien und Iran, wohin sich die letzten Turan-Tiger zurückziehen konnten. Als der Krankheitserreger im Russland und den anderen Gebieten erfolgreich bekämpft werden konnte, machte sich der Mensch an diese letzten Refugien des Tigers heran.



Der Turan-Tiger ist heute überall geschützt. Auf dem Hoheitsgebiet der Russischen Föderation ist es strengstens untersagt, den Turan-Tiger zu schießen. Diejenigen, welche dieses Verbot verletzen, müssen eine hohe Geldstrafe bezahlen. Im Iran wurde ein Reservat von 1000 km2 für den Tigerschutz geschafft, obwohl all diese Maßnahmen schon zu spät kamen. Aber selbst wenn es möglich wäre, die letzten Turan-Tiger finden, wäre es schwierig, sie in der Natur zu erhalten. Die Reviergröße des Tigers ist riesig - mindestens vierzig Quadratkilometer, aber eher sind schon 1000 km2 Auwald mit wilden Huftieren nötig um ihn reichlich Platz und Freiheit zu bieten. Der Tendenz des "Dzholbars" zum Wandern erschwert die Situation zusätzlich. Es wäre eher möglich, von den letzten Exemplaren ein Zuchtbestand in Zoos aufzubauen. Aber den Turan Tiger gibt es auch in der Gefangenschaft nicht mehr seit Theresa die im Zoo Moskau lebte, im alter von 18 starb.




Sie wurde 1926 dem sowjetischen Botschafter im Iran präsentiert.






BONUS: link zu Tiger-Kunst aus Japan. Siehe: http://printsofjapan.wordpress.com/2010/...tora-%E5%AF%85/


Geschrieben von Kaspi tiger am 15.12.2010, 08:12:

 

http://tigrovajabalka.tj/english

Der Google Roboter + Kaspi tiger wurden eingesetzt. Die Flüsse und Ortschaften kennen wir ja alle

Klima

Tigrovaya Balka ist extrem kontinental. Lange heisse Sommer, kurze Winter mit grossen täglichen Temperaturschwankungen. Oft weht der südwestliche "Afghan" Staubwind.

Im Sommer wird es +40, ja sogar +55 Celsius. Im Januar wird es -8 bis -10 Grad kalt. Niederschlag fällt meistens in der kühlen Jahreszeit als Regen oder Schneeregen, was 70-75% der Jahresmenge von insgesamt 100-180 mm ausmacht. Die Flussoase inmitten der Halbwüste wird also eher von Schneeschmelzen in den Hochgebirgen der Region und Grundwässer gespeist. Der Schnee schmilzt schnell und bildet keine bleibende Schneedecke.



Turan Tiger

Selbst in der Vergangenheit war der Turan-Tiger auf dem Südwesten von Tadschikistan beschränkt. In den 1930er war der Tiger noch am Unterlauf der Flüsse Pyanj, Vaksh und wahrscheinlich Kafirninghan verbreitet. Er kam im Tal entlang der Pyandzh Bezirk Chubek vor, in den unteren Teilen in Kyzylsu, Yasysu Flüsse und manchmal auch am Unterlauf des Pyanj und des Vaksh vor. Den Tiger hat man im Gissar-Tal seit langer Zeit nicht mehr gesehen, der letzte wurde 1938 zufällig getötet. In den 1950er nahm die Zahl der Tigersichtungen stark ab. Die Spuren und der Kadaver des letzten Tigers wurden im Sommer 1954 im Tigrovaya Balka Wildschutzgebiet gefunden.

Population

Anfang der 1930er betrug der Bestand des Turantigers am Unterlauf des Vaksh etwa 15 - 20 Exemplare. Am Ende der 1940er sank diese Zahl im Typha -Vegetation auf 10 bis 15 Individuen. 1948 wurde eine Bestandszählung auf 100 Flußkilometer stromabwärts im Rohrkolbendschungel (=dichte Vegetation von Typha, Lianen, Pappel, Schmalblättrige Ölweide) entlang der rechten und linken Ufer des Vaksh durchgeführt und es wurden dabei Spuren von lediglich drei Tigern mit verschiedenen Pfotengrößen registriert. In Kyzylsu Bezirk mit Typha Gebieten lebten nicht mehr als drei Tiger. In den folgenden Jahren bemerkte man ein Bestandszuwachs der Tiger am rechten Ufer des Pyandzh, aber nach einem Schilfbrand konzentrierte sich die Population auf die linke Ufer. Als Ergebnis dieser Beobachtungen haben dann im 1950 örtliche Wilderer dort innerhalb von 3-4 Monaten vier Tiger erlegt- im Tigerreservat und trotz des offiziellen Jagdverbots von 1947...



Lebensraum

Die zeitweilig überflutete Typha Feuchtgebiete sind menschlichen Eingriffen normalerweise nicht ausgesetzt. Doch fand in den 1940er eine intensive Umwandlung dieser Feuchtgebiete im südwest - Tadschikistan statt, was zum starken Rückgang der Buchara Hirsche, Wildschweine und Gazellen führte - sie waren die wichtigsten Beutetiere des Turantigers.



Biologie.

Tiger werden mit etwa drei Jahren geschlechtsreif. Ein am 30. März 1950 gefangenes Weibchen hatte eine stark vergrößerte Gebärmutter, sie war in der Hitze. Das Weibchen, welche am 26. Juni 1950 gefangen wurde, hatte ihre Laktationsperiode; ihre Brustdrüse wog 350 g.



Die Schwangerschaft dauert 105 bis 112 Tage. Es gibt in jedem Wurf 2 bis 4 Tigerbabys. Die Fortpflanzungsperiode beträgt 2 bis 3 Jahre. Ein Tigerweibchen kann somit etwa 30 Tigerbabys in ihrem Leben gebären, aber die Hälfte von ihnen kommen noch als Jungtiere um.

Die Gründe für den Rückgang des Turantigers waren Bevölkerungsdruck, intensive Umwandlung seines ursprünglichen Lebensraums in Baumwollplantagen und der damit einhergehende Rückgang der wildlebenden Huftiere, sowie direkte Bejagung.


***

http://petrokazakstan.kz/eng/news/company/49
Kasachstan - Kyzylorda Provinz:
Assan Kaigy, der stets den irdischen Paradies suchte, hatte die Schönheit und Einzigartigkeit dieses Landes hervorgehoben. In alten Zeiten hat sich eine grosse See am Turgay erstreckt. Der heute ausgestorbene Turantiger war in diesem Terrain sehr vorsichtig, als ob er selbst die Heiligkeit dieses Gebiets geachtet hätte. Die Grosskatze mit dem rötlichen Fell wurde zuletzt an der See, in der Nähe der Station Baigakum - nach dem 2. Weltkrieg - gesehen.



http://turkmeniya.tripod.com/id37.html
Turkmenien:
Zweimal pro Jahr haben die Oguz-Turkmen Jagdexpeditionen - für Ausbildung und Übung der Kampftaktik- abgehalten. Die ganze Armee hatte sich auf grosse Gebiete konzentriert.... viele Wildtiere wurden eingepfercht und Hindernisse aufgestellt. Am Ende hatten Kämpfer ihre Künste und Tapferkeit bewiesen- im Einzelkampf gegen Tiger, Leopard, Schwarzwild oder Bär. Wer einen Tiger mit Pfeil und Bogen niedermachte bekam er dessen Schwanz und durfte ihn um seinen Ellbogen umwickeln.


Geschrieben von Kaspi tiger am 25.09.2010, 04:58:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Kaspischer_Tiger

Was meint Ihr? Noch ein Kaspi-Tiger Foto?




***

Interessante Meinung zum Thema Mopskopf bei Kaspitiger

http://www.tiergarten.com/forum.php?go=view&BeitragsID=233

ZITAT

Jetzt reduziere ich die Weiße-Tiger-Geschichte mal auf das Grundprinzip "normale Ausgangsform - abweichendes Inzuchtprodukt" und übertrage das ganz frech auf das Verhältnis zweier Tigerunterarten: Entweder der Indochina- oder der Südchinesische Tiger gilt nach der Genetik als urspünglichste und genetisch variabelste Unterart, der Turantiger als sehr junge und genetisch durch Founder-Effekt sehr einheitliche. Nimmt man den "Ur-Tiger" zum Maßstab, wäre ein Turantiger also im Grunde ein "Inzucht-Monster" mit abweichenden Eigenschaften wie gedrungener Statur und überlangem Fell. Dadurch aber, dass ausgerechnet diese Merkmale, die ihn im Dschungel Indochinas behindert hätten, in seinem neuen Siedlungsgebiet einen Selektionsvorteil boten, weil dort "standardgemäße" Tiger wegen zu großen Wärmeverlustes nicht erfolgreich konkurrieren konnten, kehrte sich der Nachteil in einen Vorteil um und das ehemalige "Inzucht-Monster" wurde eines Tages durch die menschliche Wissenschaft zu einer zu erhaltungswerten Unterart geadelt...
(10.08.2009)

ZITAT ENDE

Youtube: White Tigers - at what price?

http://www.youtube.com/watch?v=8VnvjGInpzs

Degeneriert oder nicht - der Tigrovaya Balka Reservat im Tadschikistan an der Grenze zum Afghanistan verdankt seinen Namen einem Kaspitiger-Angriff.
Dezember 1928 haben zwei patroullierende sowjetische Grenzsoldaten -Kukuy und Morgun- einen ausgetrockneten und verschneiten toten Flußarm (=Balka ) überquert. Der Hinten reitende Kukuy wurde urplötzlich von einem Tiger samt Pferd zu Boden gerissen. Als Morgun, der Vorderman sich umdrehte sah er den Tiger auf seinem Kameraden und Pferd. Ehe M. seine Waffe ziehen konnte verschwand der Tiger. Kukuy liess seinen schwer verwundeten Pferd zurück und merkte dass der Tiger ihm folgt. Als Morgun Verstärkung holte, greifte der Tiger erneut an. Er sprang aus der Böschung verwundete ein anderes Pferd und verbiss sich im Sattel und hielt mit seinen Pranken seinen Reiter. Abermals verschwand er noch bevor die Soldaten reagieren konnten. Das Pferd von Kukuy mußte erschossen werden, das zweite konnte sich nach einem Monat Behandlung erholen. - Soweit der Vorfall. Quelle: Google Books. David Prynn: Amur Tiger. Suchwort: balka.



So wurde der vormals namenlose Tatort "Tiger- Flussarm" genannt. Dieses Augebiet wurde 1938 zum Reservat (500 km2 ) gleichen Namens um das Biotop und seine Tiger zu retten. Der Tugai besteht heute noch, die Tiger sind aber seit 1954 weg.



Der "Mopskopf" war also noch 1928 Tiger genug mehreren Reitsoldaten eine Lektion im perfekten Überraschungsangriff zu erteilen. Es war also nicht seine Degeneration, viel eher der Mensch an dem der "friedliche Koexistenz" gescheitert ist.

Tigrovaya Balka –ihr letztes Refugium- ist ein Paradebeispiel für das Schicksal der Kaspitiger in der Sovietunion; ihr Löwenanteil wurde in den 1920er und 1930er - Epoche der großen der Landreklamationen- vernichtet, als die Steppen großflächig urbar gemacht und die Feuchtgebiete trockengelegt wurden.

Die Bevölkerung der Region hatte sich auch explosionsartig vermehrt: so wurden z.B. im Ferghana-Becken (etwa so groß wie Bayern + Baden-Württemberg zusammen) 1897 noch 1,57 million Einwohner gezählt, heute leben dort 11,34 million Menschen.

Sein Vetter, der Amur-Tiger hatte seinen Bestandstief von höchstens 50 Exemplaren im Russischen Fernost in den 1930er erreicht. Damals war der Kaspische Tiger noch bestimmt zahlreicher, bloß gab es diesen einen überlebensfähigen und streng geschützten Population mit genügend Lebensraum welche als Kern für einen Wiederaufbau hätte dienen können, nirgendwo mehr auf seinem riesigen Areal.

Die anderen Länder (Türkei, Iran, Afghanistan, China) auf seinem Verbreitungsgebiet hatten sich nicht mit dieser Form der intensiven Schutz (Wiederaufbau von Wildpopulation einer Art) befaßt.

Überlebende Turantiger wurden vereinzelt noch in den nächsten Jahren, Jahrzehnten gesehen, doch sie kamen nicht mehr dazu, fortpflanzungsfähige Partner zu finden. So konnten überall lediglich die Daten der letzten Beobachtungen registriert werden.

Der Amurtiger hatte diese Konstellation von
1. strengsten Schutz
2. genügend Lebensraum mit natürlichen Beutetieren
3. ausreichende Populationsgröße und Bestandsdichte
auch lediglich im Ussurigebiet gehabt, wo sich sein Bestand schließlich erholen konnte.
Seine ungeschützten Populationen im Korea und der Mandschurei wurden vernichtet.

***
Tigerfelle/Herkunftsort:

(A) †Balitiger/Bali-wo denn sonst (B) †Kaspitiger /Afghanistan
(C) Königstiger/Indien (D) †Javatiger/Java
(E) Indochinatiger/Vietnam (F) Sumatratiger/Sumatra


Geschrieben von david am 24.04.2010, 12:41:

 

http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=124193§ionid=3510208

so wie es da steht, geht es tatsächlich bereits um eine erste auswilderung.


__________________
ERST WENN DER LETZTE BAUM GERODET, DER LETZTE FLUSS VERGIFTET, DER LETZTE FISCH GEFANGEN, WERDET IHR MERKEN, DASS MAN GELD NICHT ESSEN KANN.


Geschrieben von Moccaprinz am 23.04.2010, 23:00:

 

zum Tiger in Pakistan:

der ist wohl deshalb so früh ausgestorben, weil das Gebiet, in dem er vorkam, schon seit sehr sehr langer Zeit intensiv vom Menschen besiedelt wird. In den Bergen - am Fuße des Himalaya - gab es auch später noch Tigersichtungen / Jagden auf den Tiger ... ich weiss allerdings nicht, warum die letzte offizielle Quelle als 1906 (Tiger in Bawahalpur wird geschossen) angegeben wird. (wundert mich sogar, dass es dort so lange Tiger gegeben hat - ist wohl eine kleine grüne Insel gewesen, wo es noch ein paar Tiger gab - aber die anderen Populationen sind wohl sehr weit weggewesen). Am Fuße des Himalaya sieht das schon anders aus.


Zum Kaspi-Tiger:

Ich hab gerade eine sehr kurze Nachricht gelesen, dass die ersten 2 Sibirischen Tiger heute dem Iran vorgestellt worden sind - ob diese zur Auswilderung gedacht sind, weiss ich allerdings leider nicht. Wäre allerdings schon sehr krass - wenn es so schnell vor sich gehen würde (nicht zwingend positiv, weil ich von einem Management-Plan auch noch nichts gehört habe).

Hier der Link:

klick

Wer mehr Infos hat, bitte gleich Bescheid geben. Wäre schon eine Sensation


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Pakistans letzte Leoparden


Geschrieben von Kaspi tiger am 05.02.2010, 17:25:

 

Hallo Mocca,

Es war interessant über deine informationen über den Tiger-Vorkommen in Pakistan zu lesen, und auch über diesen Nationalpark. Ich lerne hier auch dazu und zwar eine ganze Menge.

Ich weiss nicht wieso der Bengalische Tiger so früh im Pakistan ausstarb.

Politische Willen? Der Mensch ist ziemlich halbherzig wenn es um Wiederaussiedlung der Grosskatzen geht - Gebiete werden von der Natur weggenommen nie aber zurückgegeben. Ein paar Schaf oder Ziegenherden zu halten, bloss um die Nahrungsgrundlage zu bieten falls es nicht genug Beutetiere gibt ist doch nicht so schwer, und nicht mit den Kosten eines Düsenjäger - staffels oder einer Division gleichzusetzen, wovon man überall in der Region eine ganze Menge hat. Es gibt auch genug Öleinnahmen im gesamten Nahost und in Südasien.

Politische Wille: der "grüne Gedanke" gibt es ja auch nicht erst seit gestern, Tier- und Naturschutz auch nicht, jedem wird diese süsse kleine Nahrungspyramide mit dem Raubtier drauf schon in der Grundschule beigebracht trotzdem gibt es kaum Wiederansiedlungen von Raubtieren in Europa. Wo es doch über 100 Jahren klar ist, dass es ohne Raubtiere einfach keine gesunde Umwelt gibt.

Wo immer auch ein Wolf auftaucht und Haustiere tötet, wird er geschossen, weil sonst die ganze postindustrielle Wohlstands- und Konsumgesellschaft zugrunde geht und die armen Farmer mit den Lamborghini und John Deere Erntemaschinen ja sonst verhungern, und die gesamte Versorgung zusammenbricht. Und was ist schon ein Wolf im Vergleich zum Tiger oder Löwen?

WILLIAM SHAKESPEARE: MACBETH

http://www.odysseetheater.com/macbeth/macbeth_txt.htm

MACBETH
Was einer wagt, wag ich!
Komm du mir nah als zottger russischer Bär,
Geharnischt Nashorn, Tiger aus Hyrkanien ,
Nimm jegliche Gestalt, nur diese nicht -
Nie werden meine festen Nerven beben.
Oder sei lebend wieder, fordre mich
In eine Wüst aufs Schwert; verkriech ich mich
Dann zitternd, ruf mich aus als Dirnenpuppe!
Hinweg, gräßlicher Schatten,
Unkörperliches Blendwerk, fort!
Geist entweicht.


Geschrieben von Moccaprinz am 03.02.2010, 14:03:

 

Vielen Dank für die vielen interessanten Inputs.

Freut mich sehr & man lernt immer wieder dazu.

Dass es theoretisch möglich ist, dass der Kaspische Tiger bis in die Ukraine hin verbreitet war, kam mir nie in den Sinn.

Bezüglich der Überlappung von Tiger und Löwen, kann ich nur sagen, dass meine eigene Recherche ergeben hat, dass es ziemlich wahrscheinlich ist, dass es in Südasien zu Überlappungen gekommen ist.

Dabei handelt sich sich allerdings nicht um den Kaspi-Tiger, sondern den Bengalischen Tiger. So waren die beiden Arten wohl im tropischen Trockenwald des Punjabs (Indien/Pakistan) heimisch.

Hoffen wir, dass es ein Revival der schönen & wichtigen Tiere gibt. Wie gesagt, mit politischem Willen ist einiges zu machen.

Lg,

Mocca


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Pakistans letzte Leoparden


Geschrieben von Kaspi tiger am 03.02.2010, 07:38:

 

Hallo Mocca,

Verbreitung der Asiatischen Löwen: http://www.asiatic-lion.org/distrib.html

Es gibt ziemlich genaue Löwendarstellungen aus den Grabhügeln (Kurgans) der Skythen in der Ukraine, ein Reitervolk aus Zentralasien im Altertum, mit nordiranischer Sprache und mit Feldzügen nach Mesopotamien, also sie müssen die Löwen genau gekannt haben. Deshalb können ihre Kunstwerke (Münzen, Goldfiguren) mit Löwen drauf noch nicht als Beweis für Löwenvorkommen in Osteuropa gelten




–skythische Kunstwerke stellen ja auch ein anderes Symboltier, den Greif - eine Chimäre aus Adler und Löwe dar, die ganz bestimmt niemals in der Ukraine vorkam…

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Deutsche Artikel über Persische Tiger (P.t. virgata): http://www.irani.at/html/persien/persien_Persische_Tiger.php

Dieser Beitrag ist realistisch wenn hier behauptet wird, dass der Kaspische Tiger ursprünglich in West-Asien und Zentralasien verbreitet war und bis ins Mittelalter auch vielleicht in der Ukraine vorkam.
Diese Karte wo die Verbreitung des Kaspischen Tigers gezeigt wird, muss vermutlich schon eher ein Rückzugsgebiet um etwa 1900 gewesen sein, damals war die Umweltzerstörung und der Jagd mit modernen Handfeuerwaffen schon längst im Gange, woran sich diese Grosskatzen nicht mehr anpassen konnten.



Vladimir Monomakh II beschreibt in seinem Testament (AD 1125) die Landschaft von Chernigov in der Ukraine http://houseostrov.org/a+r/peotr/ostrovwild.html

„and another wild beast jumped on my flank and threw my horse with me”.


Wenn man sich den berühmten Video anschaut wo die aufgebrachte Bengaltiger-Mutter den auf dem Elefantenrücken reitenden Mahut mit einem Sprung und einem einzigen Prankenhieb fast tötet, hatte der Monomakh echt Glück gehabt! Jedenfalls hatte er dieses Erlebnis verewigt, wo er, der Machthaber plötzlich machtlos wurde und dem Tod kaum entkommen ist… Man schreibt ja oft, dass der Kaspische Tiger im Sommerkleid dem Königstiger sehr ähnlich war, was ja anscheinend nicht nur Körpergröße und Fellfarbe sondern auch den Wut betrifft. http://www.youtube.com/watch?v=5nfl78DihLY&feature=related

Dieser Vers zählt Wölfe und Bären explizit auf, also muss es ein ihm nicht bekanntes (streunendes) Großraubtier gewesen sein, welcher mit einem Sprung den Vladimir samt seines Pferdes zu Boden warf… Es ist die Rede von Wisenten, Tarpanen, Hirschen, Rehen und Wildschweinen… Warum könnte auch nicht der streunende Kaspische Tiger ihnen nachgestellt haben?


Die sind genauso schmackhaft wie die Maralhirsche und Wasserbüffel, in der Ukraine ist es genauso kalt im Winter und so heiss im Sommer wie im Iran oder in ganz Zentralasien. Auwälder und Schilf bieten überall den selben guten Versteck. P.t. virgata konnte theoretisch also auch hier vorgekommen sein(?).

Die großen Herden der Grasfresser konnten sich in den Steppen Osteuropas ziemlich lange behaupten (Mazeppa schickte 1696 dem Zaren die beiden letzten Wisenten aus der Ukraine. Als Peter der Große 1716 Kolitschew, dem Gouverneur von Voronezh befahl, Wisente nach St. Petersburg zu schicken, schrieb er, dass "der Wisent zuletzt 1709 am Don gesehen, und danach von niemandem mehr vorgefunden wurde". Für Saigas kam der Zusammenbruch im ausgehenden 19. Jahrhundert, der Tarpan starb auch Ende des 19. Jahrhunderts in freier Wildbahn aus. Bevor all das geschah, konnte der streunende Turan-Tiger ihnen folgend auch gelegentlich in den Auwäldern der Südost-Ukraine und den Wildnissen des unteren Don aufgetaucht haben. Allerdings ist es zu bezweifeln, dass er dort ständig vorkam. Diese Gebiete sind ohnehin nur hunderte Kilometer vom Kaukasus entfernt, wo der Tiger erst im frühen 20. Jahrhundert verschwand.

Verbreitung in Persien? Der Mensch spielt eine bedeutende Rolle gerade im Orient, praktisch seit Ende der letzten Eiszeit, sei es Ackerbau, Waldrodung, Umwandlung der Landschaft (Einengung der Lebensräume), Bau der ersten Siedlungen der Welt und dem Netzwerk von Straßen, d.h. Fragmentierung des Habitats und ständige Störung. Weiterhin Domestikation der Beutetiere und Dezimierung der Wildformen oder direkte Jagd (siehe die Wandreliefs).
Im laufe der Jahrtausende wandelte sich auch das Klima beträchtlich; http://www.adventure-tigers.com/tigers-p...ropa-tigers.pdf
Dieser Text spricht über einen niederschlagsreichen Klimaoptimum im Neolithikum, damals kam der Indische Elephant sogar in Mesopotamien und Südpersien vor und verschwand erst 100 v.Chr. Siehe auch: http://en.wikipedia.org/wiki/Syrian_Elephant
Weiss Gott, wo und wieviel Löwen und Tiger damals gelebt haben. In der Neuzeit scheinen Löwen in den offenen Steppen und den Schilfdickichten von Syrien, Mesopotamien und den schütter bewaldeten Zagros Gebirge (Südiran) gelebt haben, während der Kaspische Tiger in Nord-Persien das Elburs Gebirge und den Tiefland um den Kaspischen Meer bewohnte. Vermutlich wurde er zuerst von der Küste verdrängt und zog sich ins Bergland zurück wo er schließlich auch ausgerottet wurde. Genau wie die Berberlöwen in Nordafrika.



Wie das Sprichwort in meiner Muttersprache besagt: "In einer Kneipe haben zwei Dudler keinen Platz ".- Überlappungen zwischen Tiger und Löwen hatte es vermutlich nie gegeben..

Herzlichst:

KaspiTiger

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